EUSTACHIUS KUGLER

Provinzial
Namensdeutung: die gute Ähre, der Fruchtbare, auch: der Standfeste (gr.-lat.)
Namenstage: Eustachius, Eustach, Eustache, Eustace, Stace, Stacy, Eustacio, weibl.: Eustachia, Eustacia, Stacy
Gedenktag: 10. Juni

Lebensdaten: geboren am 15. Januar 1867 in Neuhaus am Regen, gestorben am 10. Juni 1946 in Regensburg

Lebensgeschichte: Joseph Kugler war das jüngste von sechs Kindern eines Hufschmieds und Kleinbauern. Nachdem der Vater verstorben war, verließ er mit 14 Jahren die Schule und absolvierte eine Schlosserlehre. Kurz vor Ende seiner Ausbildung stürzte er von einem Baugerüst und zog sich einen komplizierten offenen Bruch am rechten Fuß zu. Er fand Aufnahme bei seinem Schwager, einem Schmied in Reichenbach, wo er in der Klosterkirche so häufig den Rosenkranz vorbetete, dass er „Klostersepp“ genannt wurde.

Als die Barmherzigen Brüder 1891 das Kloster übernahmen und in eine Pflegeanstalt umwandelten, half Kugler bei den Bauarbeiten mit. Er fand Interesse am Ordensleben, und nachdem der Subprior seinen offenen Fuß erfolgreich behandelt hatte, schloss sich Kugler mit dem Ordensnamen Eustachius den Barmherzigen Brüdern an – nicht ohne Schwierigkeiten, denn die Mitbrüder lehnten den Gehbehinderten zunächst ab.

Frater Eustachius wirkte in mehreren Ordenseinrichtungen, wurde Prior in Straubing, Gremsdorf und Neuburg an der Donau, bis ihn 1925 das Provinzkapitel zum Leiter der Bayerischen Ordensprovinz wählte – ein Amt, in dem er viermal bestätigt wurde.

Seine größte Leistung war der Bau des Krankenhauses in Regensburg, das er quasi im Alleingang aus dem Boden stampfte. Auf das hohe Risiko während der Weltwirtschaftskrise angesprochen, fiel sein berühmtes Wort: „Das habe ich mit meinem Herrgott schon abgemacht. Da fehlt nichts.“ Während der NS-Zeit wurde der Orden drangsaliert, und der betagte Frater erfuhr 1937 nach einem der rund 30 schikanösen Gestapo-Verhöre einen Zusammenbruch.

Dass „sein“ Krankenhaus trotz der Bombardierung der nahegelegenen Messerschmittwerke den Krieg wie durch ein Wunder ohne Schäden überstand, führten viele Regensburger darauf zurück, dass Kugler, statt im Luftschutzkeller auf Entwarnung zu warten, vor dem Tabernakel der Hauskapelle betete.

Der 79jährige Ordensprovinzial starb 1946 an Magenkrebs und wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Brüderfriedhof bestattet.

Verehrung: Frater Eustachius ruht seit 1982 an der Südseite der Krankenhauskirche St. Pius in Regensburg. Am 4. Oktober 2009 wurde er im Regensburger Hohen Dom seliggesprochen.

 

Weitere Heilige des Tages:
Diana von Andalò, Klostergründerin
Heinrich von Bozen, Tagelöhner
Maurinus von Köln, Abt, Märtyrer
Olivia, Märtyrin