EUSTOCHIA

Äbtissin, Mystikerin
Namensdeutung: die Wohlgeratene (griech.)
Namenstage: Eustochia, Eustoquia, männl.: Eustochius, Eustochio, Eustoquio
Gedenktag: 20. Januar

Lebensdaten: geboren am 25. März 1434 bei Messina, gestorben am 20. Januar 1485 ebendort

Lebensgeschichte: Smeralda Calafato war die Tochter wohlhabender Kaufleute und kam im Dorf der heiligen Verkündigung (SS. Annunziata) am Stadtrand von Messina zur Welt, wohin sich ihre Eltern vor der Pest in Sicherheit gebracht hatten. Der Überlieferung nach rettete sich die außergewöhnlich hübsche 15jährige vor den Verheiratungsabsichten ihrer Eltern in das Klarissenkloster S. Maria di Basicò. Dass ihre Brüder deswegen das Kloster niederzubrennen drohten, erscheint dagegen ganz unglaubwürdig: Smeraldas Mutter Mascalda hatte sich als 18jährige unter dem Einfluss der Observantenbewegung des Volkspredigers Bernhardin von Siena dem franziskanischen Dritten Orden angeschlossen.

Smeralda widmete sich mit dem Ordensnamen Eustochia der Krankenpflege und führte ein Leben in Armut und Askese, während der Konvent sich mehr und mehr von der ursprünglichen Ordensregel entfernte, was zu anhaltenden Diskussionen mit den Mitschwestern und der Äbtissin Flos Milloso führte. Nach zehn Jahren verließ Eustochia mit päpstlicher Erlaubnis das Kloster und bezog mit der finanziellen Hilfe ihrer Mutter und des Adligen Bartolomeo Ansalone ein verfallendes Hospital. Ihre ersten Gefährtinnen waren ihre Mitschwestern Iacopa Pollicino und Lisa Rizzo, ihre leibliche Schwester Mita (Margherita) und ihre Nichte Paola.

Nach einer Zeit sowohl äußerer Schwierigkeiten als auch innerer Anfechtungen konnte sie 1464 mit dem Geld eines reichen Verwandten und einiger Wohltäter einen neuen Konvent im Stadtteil Montevergine gründen, das sich zu einem Zentrum der Observantenbewegung in der franziskanischen Familie entwickelte.

Für ihre Mitschwestern – bis zu ihrem Tod 1485 waren es 50 geworden – verfasste Eustochia das Buch des Lebens, in dem sie ihre tiefe Erfahrung der Liebe des gekreuzigten Heilands weitergibt.

Verehrung: Mutter Eustochias unversehrter Leichnam ruht in der Klosterkirche von Montevergine, wo er zweimal in der Woche besucht werden kann. Die Stadt Messina ehrte sie früher am 22. August mit seiner feierlichen Ausstellung und der Übergabe eines Geschenks. Sie wurde 1782 von Papst Pius VI. selig- und 1988 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. In den 1940er Jahren wurde eine detailreiche Biographie wiederentdeckt, die Eustochias Mitschwester Iacopa Pollicino zwei Jahre nach ihrem Tod verfasste. Allgemein gilt sie als das Modell für die „Jungfrau der Verkündigung“ von Antonello da Messina (um 1475).

Patronin: von Messina

 

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Fabian, Papst, Märtyrer
Sebastian, Märtyrer
Ursula Haider, Äbtissin, Mystikerin