FABIAN

Papst, Märtyrer
Namensdeutung: vom römischen Geschlecht der Fabier, übertragen „der Edle“ (lat.)
Namenstage: Fabian, Fabius, Fabio, Fabien, Fabiano, weibl.: Fabienne, Fabiana, Fabia
Gedenktag: 20. Januar

Lebensdaten: geboren um 200, gestorben am 20. Januar 250 in Rom

Lebensgeschichte: Dem nicht sonderlich verlässlichen Liber Pontificalis (um 530) nach stammte Fabian aus der patrizischen gens Fabia, hätte dann allerdings wie alle männlichen Mitglieder dieser Adelsfamilie Fabius heißen müssen. Eusebius von Cäsarea († 340) dagegen schildert ihn bei den legendarischen Umständen seiner Wahl zum Bischof als einen stadtfremden Nichtkleriker (Kirchengeschichte VI,29): Als die römischen Christen einen Nachfolger für ihren verstorbenen Bischof Anterus bestimmen wollten und sich 13 Tage lang auf keinen der aussichtsreichen Kandidaten einigen konnten, kam auf den Kopf des zufällig anwesenden Bauern Fabian eine Taube herab, worauf die Versammlung ihn am 10. Januar 236 zum neuen Bischof von Rom akklamierte.

Infolge der Thronstreitigkeiten zwischen den Kaiserprätendenten (allein im Jahr 238 gab es sechs Kaiser) entschärfte sich die Bedrohung der Christen. Bischof Fabian nutzte die Beruhigung der Lage, um die jahrelang gespaltene Gemeinde zu befrieden. Dazu gelang ihm gleich nach Amtsantritt die Überführung seines in der Verbannung verstorbenen Vorvorgängers Pontianus samt dessen Widersacher Hippolyt nach Rom und ihre feierliche Bestattung in den eigens dafür hergerichteten und in der Folge erweiterten Katakomben.

Fabian erwies sich als fähiger Verwalter: Er unterteilte die 14 Regionen des Stadtgebiets in sieben kirchliche Bezirke mit jeweils einem Diakon an deren Spitze sowie einem „Subdiakon“, der allein mit der Sammlung der Märtyrerakten betraut war – deswegen wird ihm die Einführung der verschiedenen Weihegrade zur Differenzierung der Aufgaben des Klerus angedichtet. Der Bischof wachte nicht nur über die Disziplin seines eigenen Klerus, sondern schritt auch außerhalb seines Sprengels energisch gegen Verfehlungen ein. Seines großen Ansehens wegen – unter anderem bei Cyprian von Karthago – wandte sich zum Beispiel der Theologe Origenes mit einer Rechtfertigungsschrift an Fabian.  

Nach dem Geschichtswerk Gregors von Tours († 594) entsandte Fabian 245 die „Apostel Galliens“ ins heutige Frankreich: Gatianus nach Tours, Trophimus nach Arles, Paulus nach Narbonne, Saturninus nach Toulouse, Dionysius nach Paris, Austremonius nach Clermont und Martial nach Limoges.

Mit der Thronbesteigung Kaiser Decius’ Ende 249 endete die fruchtbare Friedenszeit für die Christen im Römischen Reich. Der neue Monarch verlangte von allen Bürgern ausnahmslos das kaiserliche Opfer und bestrafte streng, wer sich dem entziehen wollte. Bischof Fabian verweigerte sich dem heidnischen Staatskult und starb als einer der ersten Christen im Carcer Tullianus an Hunger und Entbehrungen. Der Legende nach wurde er an der Via Appia enthauptet.

Verehrung: Fabian wurde in der Kallistus-Katakombe bestattet. Unter Papst Clemens XI. Albani († 1721) wurden seine Hauptreliquie unweit davon in die Albani-Kapelle der Basilica di San Sebastiano fuori le mura und der größte Teil der Gebeine in die Kirche Santa Prassede übertragen. Der deutschen Lesart nach gerieten die Reliquien unter Rabanus Maurus in den Dom zu Fulda.

Darstellung: mit dreibalkigem Papstkreuz und Tiara, Taube oder Schwert

Patron: von Selm in Westfalen, der Klempner, Töpfer und Zinngießer

 

Weitere Heilige des Tages:
Eustochia Smeralda Calafato, Klostergründerin
Sebastian, Märtyrer
Ursula Haider, Äbtissin, Mystikerin