FIACRIUS

Einsiedler
Namensdeutung: der Rabe (gälisch)
Namenstage: Fiacrius, Fiach, Fiachra, Fèvre
Gedenktag: 30. August

Lebensdaten: geboren um 590 bei Kilkenny, gestorben am 30. August 670 bei Meaux

Lebensgeschichte und Legende: Fiachra, dem man auch königliche Abstammung angedichtet hat, hatte im Kloster die Pflanzenheilkunde erlernt und deswegen so viele Anhänger, dass ihm das „grüne Martyrium“ der Einsamkeit versagt war, er Irland fürs „weiße Martyrium“ verließ und über die Normandie nach Meaux gelangte. Bischof Faro gestand ihm für seine Niederlassung so viel Land zu, wie er innerhalb eines Tages pflügen könne, Fiacrius aber ließ nur leicht seinen Spaten über die Erde fahren, und die Erde durchfurchte sich von selbst und brachte einen Klostergarten hervor. Eine Frau, die das beobachtet hatte, zeigte ihn dem Bischof an und bezichtigte ihn der Zauberei. Fiacrius war von ihren Schimpftiraden nach einer Weile so ermüdet, dass er sich auf einen Stein setzte, der sich alsbald zu einem bequemen Sessel formte, von dem später man Heilung von Hämorrhoiden erlangen konnte. Doch der Einsiedler ließ nie wieder Frauen an sich heran, und seine Kapelle durfte noch im 17. Jahrhundert von Frauen nicht betreten werden. Fiacrius, der vielleicht auch ein Kloster gegründet hat, führte ein asketisches Leben und war weithin als wundertätiger Heiler berühmt. Eine Legende will wissen, dass ihm die Bewohner von Hibernien (Irland und Schottland) die Krone seines Vaters angeboten hätten, Fiacrius diese aber aus Liebe zur Einsamkeit ausgeschlagen habe. Als seine Landsleute ihn weiter drängten, wurde Fiacrius von Aussatz befallen und war somit kein möglicher Thronfolger mehr.

Verehrung/Brauchtum: Fiacrius’ Grab im heutigen Saint-Fiacre-en-Brie blieb ein beliebter Wallfahrtsort, obwohl seine Reliquien 1568 in die Kathedrale von Meaux übertragen wurden. 1641 wallfahrtete Königin Anna von Österreich zu Fuß nach Saint-Fiacre, um für die Genesung Ludwigs XIII. zu danken – am Eingang der Kapelle, versteht sich. Auch Kardinal Richelieu kam und bat um Erlösung von den „Feigen des heiligen Fiacrius“, wie man Hämorrhoiden nannte. Vom Hôtel de Fiacre in der Pariser Rue Saint-Martin leitet sich das Wort Fiaker für eine gemietete Kutsche ab.

Darstellung: als Mönch mit Spaten und Buch

Patron: der Region Brie, der Gärtner und Blumenhändler, Kutscher und Taxifahrer, Helfer bei Hautkrankheiten und Hämorrhoiden, Fisteln und Krebs

 

Weitere Heilige des Tages:

Guarinus von Sitten, Bischof
Ildefons Schuster, Erzbischof, Kardinal
Rebekka, Frau Isaaks