FIDELIS VON SIGMARINGEN

Ordenspriester, Märtyrer
Namensdeutung: der Treue, Zuverlässige (lat.)
Namenstage: Fidelis, Fidel, Fedele, Fidelio
Gedenktag: 24. April

Lebensdaten: geboren am 1. Oktober 1578 in Sigmaringen, gestorben am 24. April 1622 in Seewis, Graubünden

Lebensgeschichte: Markus Rey oder Roy war der Sohn eines Sigmaringer Gastwirts und Bürgermeisters und studierte in Freiburg Philosophie und weltliches sowie kirchliches Recht. Von 1604 bis 1610 bereiste er als Hofmeister des Freiherrn Wilhelm von Stotzingen Frankreich, Norditalien und die Niederlande und wurde nach seiner Rückkehr zum Doktor beiderlei Rechte promoviert. Durch die Protektion des Landesherrn von Hohenzollern-Sigmaringen erhielt er die einträgliche Stelle eines Gerichtsrats im elsässischen Ensisheim und machte sich als „Advokat der Armen“ einen Namen.

Die Misswirtschaft in der Verwaltung, Korruption und Fehlurteile vergällten ihm das Leben, weswegen er 1612, wie bereits zuvor sein Bruder, in den Kapuzinerorden eintrat und den Ordensnamen Fidelis annahm. Er wurde zum Priester geweiht, studierte Theologie und wurde von seinem Orden als Seelsorger und Klostergründer oder -vorsteher in der Schweiz und am Oberrhein eingesetzt. 1621 wurde er Guardian in Feldkirch.

Von dort aus versuchte Fidelis durch Predigt und Glaubensunterweisung, die zum Calvinismus übergetretenen Gläubigen zurückzugewinnen. Als österreichische Truppen zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges ins Prättigau einfielen und die Bevölkerung gewaltsam rekatholisierten, folgte ihnen Fidelis. Er wanderte von Ort zu Ort und predigte gegen die protestantischen Lehren, wobei er jede Gewaltanwendung im Glauben verurteilte. Das brachte ihm viele Erfolge und den Respekt auch seiner Widersacher ein.

Trotzdem fiel er einem Anschlag zum Opfer. Als er einer Einladung folgte, in Seewis zu predigen, provozierten calvinistische Bauern einen Tumult, machten Fidelis’ österreichische Eskorte nieder und erschlugen ihn.

Verehrung: Fidelis wurde zuerst neben der Kirche von Seewis begraben und später in der Kathedrale von Chur beigesetzt. 1729 wurde er als erster Märtyrer des Kapuzinerordens selig- und 1746 heiliggesprochen. Seine Hauptreliquie wird im Kapuzinerkloster Feldkirch aufbewahrt.

Darstellung: als Kapuzinerpater mit Schwert und einem nägelbeschlagenen Knüppel

Patron: von Feldkirch und Sigmaringen, von Hohenzollern und Vorarlberg, der (Erz-)Diözesen Freiburg und Feldkirch, der Juristen, vor Gericht, für die Ausbreitung des Glaubens, gegen Kopfschmerzen

 

Weitere Heilige des Tages:
Benedikt Menni, Ordensgründer
Marianus von Regensburg, Ordensmann
Wilfried von York, Bischof