FRANCESCO DE GERONIMO

Ordenspriester
Namensdeutung: der Franke (lat.), der kleine Franzose (ital.)
Namenstage: Franz, Franziskus, Frank, Francesco, François, Francis, Franco, Ferenc, weibl.: Franziska, Francesca, Françoise, Franka
Gedenktag: 11. Mai

Lebensdaten: geboren am 17. Dezember 1642 in Grottaglie, Apulien, gestorben am 11. Mai 1716 in Neapel

Lebensgeschichte: Francesco di Girolamo ging bei den Theatinern seiner Heimatstadt zur Schule, wo er auch als Mesner wirkte, und begleitete sie auf ihren Volksmissionen auf dem Land. Auf Empfehlung der Patres wurde er im Jesuitenkolleg von Tarent aufgenommen und vollendete seine Studien der beiden Rechte in Neapel.

1666 zum Priester geweiht, trat er vier Jahre später in den Jesuitenorden ein, der ihn schließlich als Volksmissionar in Neapel einsetzte. Dort entwickelte er sich zum bedeutendsten Prediger seiner Zeit, von dem an die 10.000 Predigtseiten erhalten sind.

Statt in Kirchen trat er lieber an Plätzen auf und verkündete dem Volk die barmherzige Liebe Gottes. Er besuchte die Galeerensträflinge im Hafen und stand den Kranken und Sterbenden in ihren armseligen Heimen bei, denen er eine Reliquie des wundertätigen Cyrus von Alexandrien auflegte, den er sehr verehrte.

1688 wurde er von einigen Geistlichen, die ihm seinen beachtlichen Erfolg und die vielen Bekehrungen neideten, beim Erzbischof von Neapel angezeigt, dass es nicht schicklich sei, zum einen Einkehrtage für den Klerus und gottgeweihte Jungfrauen zu halten und sich zum anderen beim Abschaum der Stadt aufzuhalten. Daraufhin wurde sein Wirken für vier Jahre auf die Mauern der Kirche des Gesù Nuovo beschränkt, wo Pater Francesco stundenlang Beichte hörte. Gleichzeitig untersagte ihm sein Ordensprovinzial die unerlaubte Entfernung von der Kirche.

Nachdem sowohl der Erzbischof als auch der Provinzial ihren Fehler erkannt hatten, wurde er mit Volksmissionen im Umland betraut, die seinen hervorragenden Ruf in ganz Süditalien begründeten.

Der „Vater der Armen“ erlag am 11. Mai 1716 einer Brustfellentzündung und wurde in der Krypta des Gesù Nuovo in Neapel beigesetzt. Am Sonntag nach seinem Tod nahmen 42.000 Menschen an der Messe teil, beichteten und empfingen die heilige Kommunion.

Verehrung: 1806 wurde er ausdrücklich als Jesuit seliggesprochen – dabei war der Orden 1773 aufgelöst worden. 1839 folgte seine Heiligsprechung. Reliquien des heiligen Francesco werden auch in seiner Heimat Grottaglie verehrt.

 

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Ignatius von Láconi, Mönch, Mystiker
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