FRANZ VON PAOLA

Einsiedler, Ordensgründer
Namensdeutung: der Franke (lat.), der kleine Franzose (ital.)
Namenstage: Franz, Franziskus, Frank, François, Francis, Franco, Ferenc, weibl.: Franziska, Francesca, Françoise, Franka
Gedenktag: 2. April

Lebensdaten: geboren am 27. März 1416 in Paola, Kalabrien, gestorben am 2. April 1507 in Plessis-lès-Tours

Lebensgeschichte: Franz von Paola verdankt seinen Namen dem heiligen Franz von Assisi, den seine tiefgläubigen Eltern wegen ihrer 15 Jahre dauernden Kinderlosigkeit angerufen hatten. Und als der Knabe sich eine schwere Augeninfektion zugezogen hatte, gelobten die Eltern für den Fall seiner Heilung, ihn für ein Jahr in ein Franziskanerkloster zu geben. Das verbrachte er im Kloster von San Marco Argentano bei Cosenza.

Mit 14 Jahren unternahm er mit seinen Eltern eine lange Wallfahrt nach Assisi, Loreto und Rom, wo ihn die prachtvolle Kleidung der hohen Geistlichen abstieß. Nach seiner Rückkehr bezog er auf dem Grund seiner vermögenden Eltern eine Einsiedelei, zu der nach und nach andere Gläubige stießen, die von seinem Ruf der Heiligkeit vernommen hatten. Mit diesen Gefährten erbaute Franz eine Kapelle und gründete – in Anlehnung an die franziskanischen Minderbrüder – die Gemeinschaft der Mindersten Brüder, auch „Paulaner“ oder Eremiten des heiligen Franz von Assisi genannt. Da war er erst 19 Jahre alt.

Der Orden wuchs so schnell, dass 1452 ein ganzes Kloster gebaut werden musste, an dessen Fertigstellung die reichen Städter mit Hand anlegten, um Franz ihre Wertschätzung auszudrücken. Weitere Niederlassungen folgten auf dem Fuß, und 1470 begann die kirchenrechtliche Anerkennung des überaus strengen Ordens, dessen Regel strenges Fasten, vegane Ernährung und regelmäßige Bußübungen beinhaltete. Franz von Paola selber wechselte nie die Kutte, rasierte sich nicht, lief barfuß und schlief auf dem Boden. Er aß nur einmal am Tag, wenn er nicht ganz fastete, und war bald als heiligmäßiger Mann und Wundertäter bekannt.

1482 ließ ihn der schwerkranke König Ludwig XI. von Frankreich zu sich rufen, damit er ihn heile. Doch Franz bereitete ihn stattdessen auf einen christlichen Tod vor, den der König in seinen Armen fand. Franz blieb ein Vierteljahrhundert als Ratgeber am französischen Hof, wo ihm König Karl VII. ein Kloster errichtete. Dort, im Kloster Plessis-lès-Tours, starb er am 2. April 1507, einem Karfreitag.

Verehrung: Bereits 1519 wurde Franz von Paola heiliggesprochen. Sein Grab wurde während der Religionskriege verwüstet. Ende des 17. Jahrhunderts zählte man über 150 Paulanerklöster in Europa. Mit der Münchener Gründung ist die Geschichte des Starkbieranstichs in der Fastenzeit verbunden.

Darstellung: im Franziskanergewand, mit dem Motto „Charitas“ auf dem Gewand oder auf einer Tafel

Patron: der Einsiedler und Seeleute, gegen die Pest und Kinderlosigkeit

Ausspruch des hl. Franz von Paola: „Die Einsiedler lehren und predigen nicht; sie schweigen. Und schweigend öffnen sie sich der Stimme Gottes.“

 

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Maria von Ägypten, Einsiedlerin