FRANZ VON SALES

Bischof, Ordensgründer, Kirchenlehrer
Namensdeutung: der Franke (lat.), der kleine Franzose (ital.)
Namenstage: Franz, Franziskus, Frank, François, Francis, Franco, Ferenc, weibl.: Franziska, Francesca, Françoise, Franka
Gedenktag: 24. Januar

Lebensdaten: geboren am 21. August 1567 auf Burg Sales, Savoyen, gestorben am 28. Dezember 1622 in Lyon

Lebensgeschichte: Für den adligen François de Sales war eine weltliche Karriere vorgesehen. Er bekam die bestmögliche Ausbildung im Pariser Jesuitenkolleg und studierte anschließend Rechtswissenschaften in Paris und Padua. Nebenbei, und weil ihm die calvinistische Vorherbestimmungslehre schwer zu schaffen machte, studierte er auch Theologie. Nach seiner Promotion in weltlichem und kirchlichem Recht sollte er Senator in Chambéry werden, doch er setzte gegen seinen Vater den Entschluss durch, Priester zu werden.
Als erste Wirkungsstätte bekam er das calvinistisch gewordene Chablais südlich des Genfer Sees anvertraut. Weil den Gläubigen vielfach verboten wurde, seinen Predigten zuzuhören, druckte Franz von Sales sie auf Flugblätter und heftete sie überall an. Nach vier Jahren hatte er zu Fuß und mit den richtigen Worten, vor allem aber durch Sanftmut und Gelassenheit die Gegend rekatholisiert. Wegen dieses sensationellen Erfolgs machte ihn der Bischof von Genf-Annecy zu seinem Koadjutor mit dem Anrecht auf seine Nachfolge, die Franz 1602 antrat.
Als Bischof von Genf setzte er die Beschlüsse des Trienter Konzils (1545–1563) durch, reformierte die Klöster und den Klerus, organisierte den Religionsunterricht für Kinder und Erwachsene und besuchte alle Pfarreien des Bistums. Der begnadete Prediger verfasste mit dem „Theotimus“, einer Abhandlung über die göttliche Liebe, und der „Philothea“, einer Anleitung zum religiösen Leben, Klassiker der geistlichen Literatur. 1610 gründete er zusammen mit Johanna Franziska von Chantal den „Orden von der Heimsuchung Mariens“, die „Salesianerinnen“, die Kontemplation und Gebet mit tätiger Nächstenliebe verbinden.
Franz von Sales war als herausragender Jurist und Diplomat mit Aufgaben betraut, die ihn bis zum königlichen Hof brachten. Auf der Rückreise von Avignon, wohin er den Herzog von Savoyen begleitet hatte, erlitt er einen Schlaganfall und verstarb am 28. Dezember 1622.

Verehrung: Franz von Sales wurde in Annecy beigesetzt. Bei seinem Tod gab es schon zwölf Niederlassungen der Salesianerinnen. Im Laufe der Zeit entstanden weitere Gemeinschaften, die sich auf Franz von Sales berufen, z.B. die Salesianer Don Boscos. 1665 wurde er heiliggesprochen, 1877 zum Kirchenlehrer ernannt und 1922 zum Patron der katholischen Schriftsteller und Journalisten erklärt. Er ist ebenfalls Patron der Gehörlosen, weil er sich eines gehörlosen Jugendlichen angenommen hat.

Darstellung: als Bischof mit Büchern, einem durchbohrten Herzen, Dornenkrone oder Kreuz, manchmal zusammen mit Johanna Franziska von Chantal

Patron: von Genf, Annecy und Chambéry, des Bistums Lausanne-Genf-Fribourg, der katholischen Presse, der Schriftsteller, Verleger und Journalisten, Helfer der Gehörlosen

Ausspruch des hl. Franz: „Wir müssen mit allen geduldig sein, am geduldigsten aber mit uns selbst.“

 

Weitere Heilige des Tages:
Bertram, Abt
Vera, Wohltäterin