GALLUS

Einsiedler, Glaubensbote
Namensdeutung: der Kelte, der Gallier (lat.)
Namenstage: Gallus, Gall, Gallo, Galo, Gallen, Gaweł, Havel, weibl.: Gallia
Gedenktag: 16. Oktober

Lebensdaten: geboren um 550 in Nordirland, gestorben am 16. Oktober gegen 650 in Arbon, Schweiz

Lebensgeschichte: Einer irischen Überlieferung nach war Gallus (oder Gallech) ein irischer Königssohn und mit der hl. Brigida verwandt. Er wurde im Kloster Bangor ausgebildet und vom hl. Kolumban dort zum Priester geweiht. Gallus’ Name und seine Beherrschung des Alemannischen weisen dagegen auf eine Beheimatung in den Vogesen. Um 590 begleitete er Kolumban als einer von dessen zwölf Gefährten zur Mission aufs europäische Festland, wo sie in Burgund das Kloster Luxeuil gründeten. Etwa 20 Jahre später wandten sich Kolumban und Gallus der Alemannenmission zu, scheiterten jedoch wegen ihrer Angewohnheit, Götzenbilder zu verbrennen und in den Bodensee zu werfen. 612 ließ Kolumban den fieberkranken Gallus in Bregenz zurück und verbot ihm die Mission und die Messfeier. Gallus wurde von einem Priester namens Willimar in Arbon gesundgepflegt, dessen Diakon Hiltibod ihm einen geeigneten Platz für eine Einsiedelei im Arbonerforst wies; dort, am Wasserfall der Steinach, errichtete Gallus seine Zelle, wo er durch das Beispiel seiner schlichten, naturverbundenen und frommen Lebensführung zu einem großen Glaubensboten wurde. 615, nach Kolumbans Tod, erhielt er dessen Abtsstab und hielt ihm die Totenmesse. Gallus lehnte später die Berufung zum Bischof von Konstanz sowie die angetragene Abtswürde von Luxeuil ab und starb mit 95 Jahren.

Legende: Auf dem Weg zur Quelle der Steinach habe ein Otter Gallus beim Fischen geholfen und dafür die Hälfte des Fangs erhalten. Einen Bären, der sein Abendessen gefressen hatte, verdonnerte Gallus zur Hilfe am Bau seiner Zelle, und danach verließ ihn das wilde Tier nicht mehr, sondern lebte vom kameradschaftlich geteilten Brot.

Verehrung: Über Gallus’ Zelle entstand eine Eremitensiedlung und ab 719 das nach ihm benannte Benediktinerkloster, das dank der von den Wikingern aus Irland vertriebenen Gelehrten und Künstlern ein geistig-kulturelles Zentrum ganz Europas wurde. Gallus’ Grab wurde zum Wallfahrtsort, seine Kopfreliquie soll jedoch in der Prager Galluskirche Sv. Havla ruhen.

Darstellung: als Mönch mit dem Abtsstab Kolumbans, als Pilger mit Bär

Patron: der Stadt, des Kantons und des Bistums St. Gallen, des Federviehs, der Fieberkranken

 

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