GELASIUS I.

Papst
Namensdeutung: der Heitere (griechisch)
Namenstage: Gelasius, Gelas, Gellert
Gedenktag: 21. November

Lebensdaten: geboren in Tunesien, gestorben am 21. November 496 in Rom

Lebensgeschichte: Gelasius war ein römischer Bürger, gehörte einem Berberstamm an und zog vermutlich infolge der Vandaleneinfälle nach Rom, wo er zum wichtigsten Mitarbeiter von Papst Felix III. wurde, dessen Briefe er redigierte. Noch am Todestag von Felix III. wurde er am 1. März 492 zum Bischof von Rom gewählt.
Gelasius hatte von seinem Vorgänger ein Schisma geerbt: Patriarch Acacius von Konstantinopel hatte sich zum „ersten Bischof der Kirche des christlichen Kaisers“ erklärt, wobei dem Kaiser in seiner Hauptstadt Konstantinopel gefiel, dass sich Acacius nicht zum schwelenden Streit um die Zwei-Naturen-Lehre äußerte. Gelasius hatte nicht nur den Vorrang Roms bei gleichzeitiger Unabhängigkeit vom Kaiserhof zu wahren, sondern musste gegen den im Osten grassierenden Monophysitismus einschreiten. 493 kam erschwerend hinzu, dass die arianischen Ostgoten unter Theoderich Italien beherrschten. In diesem Kontext entwarf Gelasius die „Zwei-Schwerter-Lehre“, der zufolge die heilige päpstliche Autorität über der weltlichen Macht steht, weil das geistliche Amt vor dem göttlichen Gericht auch Rechenschaft über die Taten der Könige ablegen muss. Diese „Magna Charta des mittelalterlichen Papsttums“ schrieb Geschichte.
Rom selber machte Gelasius mit Prozessionen zu den Titelkirchen zu einer geistlichen Stadt und schaffte mit den Luperkalien das letzte heidnische Fest ab, indem er es durch das Fest der Darstellung des Herrn (Lichtmess) ersetzte. Er machte sich energisch an die Lösung disziplinarischer Probleme, achtete auf das Verhalten des Klerus und sorgte für geeigneten Nachwuchs. Er legte ein Verzeichnis der kirchlichen Besitztümer und Pachteinträge an und verteilte die Einkünfte zu vier gleichen Teilen an den bischöflichen Stuhl von Rom, den Klerus, die Bedürftigen und einen Fonds für den Bau und Unterhalt der Kirchen.
Fälschlicherweise werden Gelasius wichtige liturgische Bücher zugeschrieben, die aber entweder hundert Jahre später oder gar nicht in Rom entstanden sind. In einem seiner zahlreich erhaltenen Briefe taucht zum ersten Mal das Wort „modern“ auf, um damit Neuerungen in der Lehre von akzeptierten Regeln abzugrenzen.
Gelasius starb am 21. November 496. Sein Grab und das Verbleiben seiner Gebeine sind unbekannt.

 

Weitere Heilige und Feste des Tages:

Emmanuel d’Alzon, Priester, Ordensgründer
Rufus von Rom, Paulusschüler
Unsere Liebe Frau von Jerusalem – Mariä Tempelgang