GERASIMOS

Einsiedler, Abt
Namensdeutung: der Würdevolle (griech.)
Namenstage: Gerasimos, Gerasimus, Gérasime, Gerásimo, Gerasim
Gedenktag: 5. März

Lebensdaten: geboren in Lykien (Südwesten Kleinasiens), gestorben am 5. März 475 bei Jericho, Westjordanland

Lebensgeschichte und Legende: Gerasimos führte schon als Jugendlicher das Leben eines Einsiedlers, hing allerdings der monophysitischen Irrlehre an, der nach Jesus Christus nur eine göttliche, nicht aber auch eine menschliche Natur gehabt hätte. Bald nach der Verurteilung des Monophysitismus durch das Konzil von Chalkedon im Jahre 451 überzeugte ihn der Asket Euthymios der Große, den er in der judäischen Gebirgswüste kennengelernt hatte, vom rechten Glauben. Nach einer Reise in die nordägyptische Felswüste Thebaïs zu den Wüstenvätern, wo er einige klösterliche Niederlassungen gegründet haben soll, ließ sich Gerasimos unweit von Jericho am Jordan als Eremit nieder. Allerdings drängten sich ihm dort so viele Schüler auf, dass er eine Laure gründete: eine Einsiedlerkolonie, deren Mönche als Eremiten fünf Tage der Woche ohne Feuer und gekochte Nahrung in völliger Stille ihrer Arbeit nachgehen und sich dem Gebet widmen. Samstags und sonntags kommen sie zur Liturgie zusammen und nehmen eine gekochte Mahlzeit mit etwas Wein zu sich. Während der 40tägigen Fastenzeit soll sich Gerasimos nur von der Eucharistie ernährt haben.
Etwa hundert Jahre nach Gerasimos’ Tod schrieb der byzantinische Mönch Johannes Moschos in seinem Werk Die Geistliche Wiese die berühmte Legende nieder, wie der schon betagte Asket eines Tages einem humpelnden Löwen begegnete und diesem einen großen Dorn aus der Vordertatze entfernte. Von da an war der Löwe Gerasimos folgsam wie ein Hund. Als umherstreifende Räuber den Esel wegführten, auf dem die Wasservorräte ins Kloster gebracht wurden, beschuldigte Gerasimos den Löwen, den Esel gefressen zu haben, und lud ihm zur Strafe selber die Lasten auf. Wenig später waren die Räuber erneut in der Gegend. Der Löwe jagte ihnen den Esel wieder ab und führte ihn ins Kloster zurück, wo Gerasimos dann seinen Irrtum einsah und den Löwen um Vergebung bat. Der Löwe blieb fünf Jahre bei ihm, bis Gerasimos starb. Dann legte sich der Löwe auf sein Grab, die Schnauze auf dem Boden, und ließ sich Hungers sterben. Dass diese Geschichte gemeinhin dem heiligen Hieronymus zugeschrieben wird, rührt vermutlich von einem Fehler bei der lateinischen Nachschrift dieser Legende: Aus Hierasimus wurde Hieronimus.

Verehrung: Unweit Gerasimos’ Laure erhebt sich das griechisch-orthodoxe Kloster Deir Hajla, das sein Gedächtnis besonders pflegt. Es entstand über einer Höhle, in der die Heilige Familie auf der Flucht nach Ägypten übernachtet haben soll.

Darstellung: mit einem Löwen vor seiner Einsiedelei

 

Weitere Heilige des Tages:

Dietmar, Bischof
Lucius I., Papst
Oliva, Märtyrin
Robert Spiske, Priester, Gründer