GERHARD HIRSCHFELDER

Priester, Märtyrer
Namensdeutung: der Speerstarke (althochdeutsch)
Namenstage: Gerhard, Gerd, Gerry, Gerrit, Garrett, Gérard, Gerardo, Gellért, Hardy
Gedenktag: 2. August

Lebensdaten: geboren am 17. Februar 1907 in Glatz, heute Kłodzko, Niederschlesien, gestorben am 1. August 1942 in Dachau

Lebensgeschichte: Gerhard Franziskus Johannes Hirschfelder hatte es als uneheliches Kind einer Schneiderin nicht leicht, doch er glich viele Zurücksetzungen durch sein heiteres Naturell und das unkomplizierte Zusammensein in der Jugendbewegung „Quickborn“ aus. Nach dem Abitur 1927 in Glatz zog er als Priesteramtskandidat für den preußischen Anteil des Erzbistums Prag zum Studium nach Breslau und war eine Zeitlang sogar Kurssprecher des Theologenkonvikts.
1932 mit Dispens wegen seiner unehelichen Geburt zum Priester geweiht (seine Primiz feierte er deswegen nicht in der Glatzer Pfarrkirche, sondern in der Herz-Jesu-Kapelle zu Bad Langenau), war er bis 1939 Kaplan in Tscherbeney und anschließend Kaplan in Habelschwerdt sowie Diözesanjugendseelsorger für die Grafschaft Glatz.
Kaplan Hirschfelders konfessionelle Jugendarbeit in Opposition zur Hitlerjugend sowie seine freimütigen Predigten fielen den Nationalsozialisten von Anfang an unangenehm auf. Nachdem eine Wallfahrt mit 2300 Jugendlichen im Juni 1941 gestört und im Juli ein christlicher Bildstock zerstört worden war, sagte er in einer Predigt: „Wer der Jugend den Glauben an Christus aus dem Herzen reißt, ist ein Verbrecher!“ Fünf Tage später wurde er verhaftet.
Nach fast einem halben Jahr im Gefängnis der Kreisstadt Glatz wurde Gerhard Hirschfelder Mitte Dezember 1941 mit der Häftlingsnummer 28972 ins Konzentrationslager Dachau überführt, wo er am 1. August 1942 nach unsäglichen Misshandlungen völlig entkräftet und ausgehungert starb.

Verehrung: Kaplan Hirschfelders Asche wurde ohne Bekanntgabe der Todesursache in Tscherbeney (heute Czermna) beigesetzt. 1998 wurde der Seligsprechungsprozess eröffnet. Nach der Anerkennung des Martyriums durch Papst Benedikt XVI. nahm Joachim Kardinal Meisner die Seligsprechung am 19. September 2010 im Dom zu Münster vor.

 

Weitere Heilige des Tages:

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Pierre-Julien Eymard, Priester, Ordensgründer