GERTRUD VON NIVELLES

Äbtissin
Namensdeutung: Speerzauber (germanisch)
Namenstage: Gertrud, Gertrudis, Gertraud, Gesa, Gesine, Gerrie, Gerti, Geesche, Traudel, Trude
Gedenktag: 17. März

Lebensdaten: geboren um 626 in Landen bei Löwen, gestorben am 17. März 659 in Nivelles

Lebensgeschichte: Gertruds Vater Pippin von Landen war fränkischer Hausmeier der Merowinger-Könige, Stammvater der Pippiniden und Vorfahr der Karolinger-Herrscher. Nach seinem Tod 640 wandelte Gertruds Mutter Itta Iduberga den Familiensitz in ein Doppelkloster um, dem sie als Äbtissin vorstand. Um Gertrud vor der Zwangsverheiratung und den großen Landbesitz des Klosters vor dem Zugriff des austrasischen Adels zu schützen, schnitt sie ihr in einer Zeichenhandlung die Haare „wie eine Krone“ ab und bestimmte sie zu ihrer Nachfolgerin.

Als solche zeichnete sich Gertrud besonders durch Mildtätigkeit und Gelehrsamkeit aus. Sie schloss Freundschaft mit dem irischen Mönch Foillan, der sie beim Studium der Heiligen Schrift anleitete, und schenkte ihm zum Dank Land bei Namur, wo die Abtei Fosses mit irischen Mönchen entstand. Gertrud erzog mit ihrer Nichte Vulfetrudis und einem Mädchen namens Agnes ihre Nachfolgerinnen. Auch die belgische Nationalheilige und Brüsseler Stadtpatronin Gudula wuchs in der Abtei Nivelles auf.

Im Alter von 30 Jahren war Gertrud von vielem Fasten so geschwächt, dass sie ihr Amt aufgeben musste. Drei Jahre später verstarb sie am 17. März 659.

Verehrung/Brauchtum: Gertrud wurde in der Abteikirche von Nivelles bestattet, die seit dem 10. Jahrhundert ihren Namen trägt. Ihr gotischer Reliquienschrein von 1298 wurde 1940 durch die deutsche Bombardierung der Stadt zerstört und 1982 neu geschaffen. Von Nivelles hatte sich ihre Verehrung über Brabant und das Rheinland in ganz Europa ausgebreitet. Wegen der vielen Kirchen und Spitäler, die entlang der Handelsstraßen Gertrud zur Patronin haben, wurde sie zur „Schutzheiligen der Landstraße“. Besonders im Bistum Würzburg wird sie als legendäre Gründerin der Abteien Karlburg und Neustadt am Main verehrt. Im Hochmittelalter entstand der Brauch, vor dem Aufbruch zu großen Reisen oder Kriegszügen Wein als „Gertrudisminne“ zu trinken. Zur Schutzheiligen der Katzen und der Spinnerinnen wurde sie, weil sie der Legende nach durch ihr andächtiges Gebet beim Spinnen das Land vor einer Rattenplage befreit hätte und an ihrem Gedenktag am 17. März die Winterarbeiten wie das Spinnen eingestellt wurden.

Darstellung: als Äbtissin mit Mäusen, beim Spinnen oder mit Kirchenmodell

Patronin: von Nivelles, Landen, Wattenscheid, der Spitäler und der Reisenden, der Spinnerinnen, Gärtner und Katzen, Helferin gegen Ungeziefer

 

Weitere Heilige des Tages:
Josef von Arimathäa, heimlicher Jünger Jesu
Konrad von Bayern, Ordenspriester
Patrick, Glaubensbote, Bischof