GISELA VON UNGARN

Königin, Äbtissin
Namensdeutung: die Geisel (althochdeutsch)
Namenstage: Gisela, Gisella, Giselle, Silke
Gedenktag: 7. Mai

Lebensdaten: geboren um 985 bei Regensburg, gestorben am 7. Mai 1060 in Niedernburg bei Passau

Lebensgeschichte: Gisela war die älteste Tochter des Bayernherzogs Heinrich und die Schwester des späteren Kaisers Heinrich II. Sie wurde in Regensburg im Umfeld des heiligen Wolfgang erzogen und mit zehn Jahren mit dem vielversprechenden ungarischen Königssohn Stephan vermählt.
Während ihrer 40jährigen Regierungszeit entstand im weithin noch heidnischen Ungarn eine funktionierende kirchliche Hierarchie mit zehn Bistümern, zahlreiche Kirchen und Klöster wurden mit Hilfe deutscher Ordensleute gegründet und reich ausgestattet. Wegen dieser Christianisierungskampagne war das Königspaar nicht überall beliebt.
Nach dem Tod König Stephans im Jahr 1038 wurde Gisela festgesetzt und kam erst vier Jahre später durch König Heinrich III. wieder frei, der sie nach Passau ins Kloster Niedernburg brachte, das ihre Tante Heilika leitete.
1057 wurde sie selber Äbtissin des Klosters, das unter ihrer Leitung reiche Schenkungen erfuhr. In Niedernburg starb sie am 7. Mai 1060.

Verehrung: Eine von ihr gestiftete Kasel mit ihrem Bild war als ungarischer Krönungsmantel in Gebrauch. Besonders verehrt wird sie in Veszprém, wo sie residiert haben soll. Als 1908 ihr Grab im Kloster Niedernburg geöffnet wurde, fand man die Grabplatte aus dem 11. Jahrhundert und das Skelett der Heiligen erhalten.

Darstellung: als Königin, beim Verteilen von Almosen oder mit einem Kirchenmodell, manchmal mit Rosenkranz

 

Weitere Heilige des Tages:

Heilika von Niedernburg, Äbtissin
Boris, Bulgarenfürst, Mönch
Johannes von Beverly, Bischof
Rosa Venerini, Gründerin