GOTTFRIED VON AMIENS

Bischof
Namensdeutung: Gottes Schutz (althochdeutsch)
Namenstage: Gottfried, Godfrey, Götz, Govert, Geoffroy, Jeffrey, Geoff, Jeff
Gedenktag: 8. November

Lebensdaten: geboren um 1066 in Moulincourt, gestorben am 8. November 1115 in Soissons

Lebensgeschichte: Gottfried war das dritte Kind einer Adelsfamilie und wurde von seinem Onkel, dem Bischof von Soissons, zur Erziehung in ein Kloster bei Péronne (Picardie) gegeben. Um 1090 wurde Gottfried vom Bischof von Noyon zum Priester geweiht, wenig später wurde er zum Abt des Klosters Nogent-sous-Coucy (Champagne) gewählt.
1104 wurde er auf dem Konzil von Troyes zum Bischof von Amiens bestimmt. Er trat sein Amt im Bußgewand an und änderte nicht nur seinen asketischen Lebensstil nicht, sondern lud Arme zum Essen ins Bischofshaus und hielt dem Adel und der Bürgerschaft die wenig christliche Gesinnung vor. Er hinderte die Priester seines Bistums an der völligen Verweltlichung und nannte ihre und die Unmoral der Adeligen beim Namen, womit er sich größere Schwierigkeiten einhandelte. Mehr als auf bloße Legende geht wohl die Geschichte zurück, er habe zur Sicherheit einen Hund von dem Wein probieren lassen, den man ihm gereicht hatte. Tatsächlich fiel der Hund tot um.
Als die Bevölkerung gegen die Feudalherren aufbegehrte, musste er vor den bürgerkriegsähnlichen Unruhen aus der Stadt fliehen. Er zog sich in die Große Kartause zurück, um dort ein Leben der Buße zu führen, wurde aber von den Bürgern von Amiens zur Rückkehr gezwungen, wo ihn 1115 allerdings unveränderte Verhältnisse erwarteten. Als er darüber krank wurde, nahm er in der Abtei Saint-Crépin in Soissons Zuflucht, wo er alsbald starb.

Verehrung: Gottfrieds Leichnam wurde 20 Jahre nach seinem Tod erhoben und im Hochaltar der Abteikirche Saint-Crépin beigesetzt. 1567 von den Hugenotten verwüstet, wurde die Kirche 1793 als Pferdestall genützt und 1798 abgerissen. Vom Verbleib seiner Reliquien ist nichts bekannt.

Darstellung: als Bischof oder Büßer mit totem Hund

 

Weitere Heilige des Tages:

Claudius von Rom, Märtyrer
Johannes Duns Scotus, Ordenspriester
Willehad von Bremen, Glaubensbote, Bischof