GREGOR VON NAZIANZ

Bischof, Kirchenlehrer
Namensdeutung: der Wachsame (griech.)
Namenstage: Gregor, Gregory, Greg, Greger, Grégoire, Gregorio, Grigur, Grigoli, Joris
Gedenktag: 2. Januar

Lebensdaten: geboren 329 auf dem Landgut Arianzos beim heutigen Güzelyurt, Türkei, gestorben am 25. Januar 390 ebendort

Lebensgeschichte: Gregors gleichnamiger Vater hatte sich kurz vor seiner Geburt von einer jüdisch-synkretistischen Sekte, den Hypsistariern, zum Christentum bekehrt, die Taufe empfangen, mit einer Frau namens Nonna vermählt und war als Vertreter der kappadokischen Oberschicht Bischof der Stadt Nazianz geworden, für die er eine Kirche aus eigenem Vermögen errichtete.

Gregor und sein jüngerer Bruder Cæsarius, der Leibarzt dreier Kaiser werden sollte, zogen mit ihrem Hauslehrer zum Studium nach Cæsarea in Kappadokien, wo sie Basilius kennenlernten, den zukünftigen Bischof dieser Stadt. Gregor vervollkommnete seine umfassende Ausbildung bei den angesehensten heidnischen und christlichen Lehrern in Alexandrien und Athen, wo er wieder mit Basilius zusammentraf.

Gregor hatte sich auf der Seereise nach Athen in Todesnot Gott geweiht und wurde zurück in Nazianz 358 von seinem Vater getauft – und 362 widerstrebend zum Priester für die Bischofsstadt geweiht, weil er sich deswegen nicht dauerhaft Basilius in dessen klosterähnlicher Gemeinschaft an der Südküste des Schwarzen Meeres anschließen konnte. Doch stand er Basilius brieflich und auf Reisen dorthin bei der Abfassung der ersten östlichen Ordensregel bei.

Als Basilius 370 zum Metropoliten von Cæsarea bestimmt wurde, machte er seinen Bruder zum Bischof von Nyssa und Gregor von Nazianz zum Bischof von Sasima, um seine Stellung gegen die weithin herrschende Irrlehre der Arianer zu behaupten. Wegen dieses Streits konnte Gregor seinen Bischofssitz jedoch nicht einnehmen. Er verwaltete stattdessen das väterliche Bistum Nazianz, was aus ihm den ersten Weihbischof der Kirchengeschichte macht.

Auch als 380 ernannter Metropolit der Hauptstadt Konstantinopel konnte sich Gregor nicht durchsetzen. Trotz glänzender Reden, die seinen Ruhm als Theologe begründeten und zahlreiche Gläubige zum rechten Glauben zurückführten, war er den Anfeindungen und den Intrigen am Kaiserhof nicht gewachsen und musste resignieren – inmitten des Ersten Konzils von Konstantinopel.

Die letzten Jahre seines Lebens zog er sich auf sein Landgut Arianzos zurück, wo er bis heute geltende Maßstäbe der Dreifaltigkeitslehre – besonders bezüglich des Hervorgangs des Heiligen Geistes – und der Christologie sowie des philosophischen Zugangs zu Gott schriftlich niederlegte. Gregor ist neben seinen etwa 50 Predigten und 200 überlieferten Briefen auch als eminenter Dichter hervorgetreten.

Verehrung: Gregor, den die Ostkirche seit dem 5. Jahrhundert „den Theologen“ nennt, ist neben Basilius dem Großen und dessen Bruder Gregor von Nyssa einer der drei „großen Kappadokier“, denen die Christenheit enorm an theologischer Einsicht verdankt. Mit Basilius und Johannes Chrysostomus gilt er als Hierarch der Orthodoxie. Papst Pius V. ernannte ihn 1568 zum Kirchenlehrer auch der westlichen Kirche. Gregors Gebeine wurden auf dem vierten Kreuzzug in Konstantinopel geraubt und in den Petersdom verbracht. Papst Johannes Paul II. gab sie 2004 an den Patriarchen von Konstantinopel zurück.

Darstellung: als Bischof, am Schreibpult, mit Taube oder Schriftrolle

Patron: der Dichter, Helfer für eine gute Ernte

  

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