HIERONYMUS MIANI

Ordensgründer
Namensdeutung: heiliger Name (griech.)
Namenstage: Hieronymus, Geronimo, Geron, Jérôme, Jeronim, Girolamo, Nimo, weibl.: Hieronyma
Gedenktag: 8. Februar

Lebensdaten: geboren 1486 in Venedig, gestorben am 8. Februar 1537 in Somasca bei Lecco, Lombardei

Lebensgeschichte: Girolamo Miani (die Schreibweise „Ämiliani“ ist eine von späteren Biographen hinzugedichtete Verbindung zum römischen Adel der gens Aemilia) war das jüngste Kind nicht besonders vermögender venezianischer Patrizier, die im Wollhandel tätig waren. Girolamos Vater, Senator und Hauptmann der Dogenrepublik, nahm sich 1496 aus unbekannten Gründen das Leben. Im Großen Venezianerkrieg gegen die Liga von Cambrai, die praktisch ganz Europa gegen die Lagunenstadt und ihre umfangreichen Ländereien vereinigte, besetzte Girolamo als Mitkommandant von 300 Mann die strategisch wichtige Festung Castelnuovo di Quero über dem Piave. Nach dem Angriff einer zehnfach überlegenen französischen Streitmacht im August 1511 geriet Girolamo als quasi einzig Überlebender in Gefangenschaft, konnte aber nach einem Monat Haft entfliehen und sich nach Treviso durchschlagen, wo er in Erfüllung eines Gelübdes seine Fesseln vor dem Gnadenbild der Madonna Grande niederlegte. Maria hatte ihn befreit.

Nach dem Friedensschluss von Noyon 1516 kehrte Girolamo als Gouverneur nach Castelnuovo zurück, wo er sich mehr und mehr karitativen Aufgaben widmete. 1527 zurück in Venedig, wo infolge einer landesweiten Hungersnot Tausende von Bedürftigen gestrandet waren, führte er mit persönlichen Mitteln die Arbeit Kajetan Thienes an zwei Hospitälern weiter. Besonders nahm er sich der vielen Waisenkinder an, für die er eine gesonderte kleine Bleibe erwarb, wo er sie speiste, wusch, kleidete, im Glauben unterwies und sie das Stricken lehrte. 1529 brach zusätzlich zu der Hungersnot eine Seuche aus, der Girolamo, der sich bei der Pflege Kranker angesteckt hatte, beinahe erlegen wäre.

1531 verzichtete er zugunsten seiner Neffen und Nichten auf all seine Güter und zog endgültig zu seinen Waisenkindern, für die er ein zweites Haus eröffnete und die er im Dreiklang von Gebet, Bildung und Handarbeiten erzog. Er untersagte ihnen das Betteln – notfalls übernahm er es selber – und brachte seine Schützlinge als Lehrlinge in Berufen unter. Bischöfe und Fürsten, denen Girolamos Organisationstalent aufgefallen war, riefen ihn nach Verona, Brescia, Bergamo und Mailand, um Waisenhäuser nach seinem Erfolgsmodell einzurichten. Ein erster Gefährtenkreis bildete sich aus Mitarbeitern; aus deren Wunsch nach gemeinsamem Leben entstand im Juni 1534 die „Gesellschaft der Diener der Armen“ mit Sitz im lombardischen Dörfchen Somasca. Weitere Waisenhäuser und Gefährten folgten in Como und Pavia. Anfang 1537 wollte Miani einer Einladung nach Rom folgen, doch der Ausbruch einer neuerlichen Seuche, die er diesmal nicht überlebte, verhinderte seine Abreise.

Verehrung: In der Somasker Ortskirche S. Bartolomeo bestattet, der späteren Basilika di San Bartolomeo e San Girolamo Emiliani, wurde Hieronymus Miani 1747 selig- und 1767 heiliggesprochen. 1928 erklärte ihn Papst Pius XI. zum Patron der Waisenkinder und der „im Stich gelassenen Jugend“. Seine 1569 in „Regularklerikerorden der Somasker“ umbenannte Kongregation widmet sich heute noch vorwiegend der Erziehung von Waisen.

Darstellung: mit Kerkerfesseln und einem Waisenkind

Patron: der Waisen und der vernachlässigten Jugendlichen

  

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Philipp Jeningen, Ordenspriester, Volksmissionar