HIPPOLYT VON ROM

Priester, Märtyrer
Namensdeutung: Pferdelöser (griech.)
Namenstage: Hippolyt, Hippolyte, Ippolito
Gedenktag: 13. August

Lebensdaten: geboren um 170 in Syrien oder Ägypten, gestorben 235 auf Sardinien

Lebensgeschichte: Hippolyt war angeblich ein Schüler des hl. Irenäus von Lyon und tritt ab etwa 195 als Presbyter in Rom auf. Er war fraglos der glänzendste Schriftsteller und Gelehrte seines Umfelds. Er verfasste die ersten Auslegungen sowohl neu- als auch alttestamentlicher Bücher, vertrat als Erster den 25. Dezember als Geburtsdatum Christi, berechnete den Osterfesttermin, schrieb eine Weltchronik bis ins Jahr 235 sowie eine Widerlegungsschrift von 32 Irrlehren. Hippolyt wird auch die ,,Apostolische Überlieferung – Traditio apostolica“ zugeschrieben (um 210/215), ein Werk mit rechtlichen und liturgischen Bestimmungen, aus dem das zweite Eucharistische Hochgebet stammt.

Hippolyt war mit entsprechendem Selbstbewusstsein ausgestattet, unterlag jedoch seinem Rivalen Calixt bei der Wahl zum Bischof von Rom – ausgerechnet einem freigelassenen Sklaven, der kein Griechisch konnte und dessen Glaubens- und Sittenlehre Hippolyt mehr als zweifelhaft fand. Hippolyt als Anführer der konservativen Partei wurde zum Gegenbischof von Rom – „Gegenpapst“ ist ein Anachronismus – und setzte das Schisma auch unter Calixts Nachfolgern Urban und Pontianus fort.

235 brach unter Kaiser Maximinus Thrax eine Christenverfolgung aus, in deren Verlauf sowohl Pontianus als auch Hippolyt zur Zwangsarbeit in den sardischen Steinbrüchen oder Salzminen verbannt wurden – ein sicheres Todesurteil. Nach übereinstimmender Auffassung versöhnten sich Bischof und Gegenbischof im Bergwerk, und Pontianus verzichtete am 28. September 235 zugunsten eines beiderseitigen Nachfolgers auf sein Bischofsamt, was das erste sichere Datum der Papstgeschichte darstellt. Nach ihrem Tod wurden beide unter Bischof Fabian nach Rom überführt und am 13. August 236 dort beigesetzt: Pontianus in der Kallistuskatakombe, Hippolyt bei der späteren Kirche San Lorenzo.

Verehrung: Trotz seiner Bedeutung und seines Weiterwirkens durch die „Apostolische Überlieferung“ geriet Hippolyt in Vergessenheit, weil er als griechischer Autor vom Latein als westlicher Kirchensprache verdrängt wurde. Legendarisch verschmilzt er mit dem mythologischen Theseussohn Hippolytos, der mit seinem Pferdegespann einen tragischen Tod fand. Die christliche Legende hat daraus und durch die räumliche und zeitliche Nähe zur Kirche und zum Gedenktag des hl. Laurentius (,,Offizierslegende“) fabuliert, Hippolyt wäre der Kerkermeister des hl. Laurentius gewesen, hätte sich bekehrt und wäre von Pferden zu Tode geschleift worden. Reliquienübertragungen führten zu den Ortsbenennungen von St. Pölten und St. Pilt (Elsass).

Darstellung: als römischer Soldat oder als Ritter mit Pferd

Patron: des Bistums St. Pölten, der Gefängniswärter und der Pferdehalter

 

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Pontianus, Papst, Märtyrer
Gertrud von Altenberg, Mystikerin