ISAAC JOGUES

Ordenspriester, Märtyrer
Namensdeutung: Gott hat gelacht (hebr.)
Namenstage: Isaac, Isaak, Isacco, Jischak, Jitzchak
Gedenktag: 19. Oktober

Lebensdaten: geboren am 10. Januar 1607 in Orléans, gestorben am 18. Oktober 1646 in Ossernenon, heute Auriesville, New York

Lebensgeschichte: Isaac Jogues war das fünfte von neun Kindern eines angesehenen Weinhändlers und Stadtkonsuls von Orléans. Er ging bei den Jesuiten seiner Heimatstadt zur Schule und trat 1624 das Noviziat des Ordens in Rouen an. Nach Philosophie- und Theologiestudien in den Kollegien von La Flèche und Paris wurde er 1636 zum Priester geweiht und schiffte sich kurz darauf mit weiteren Jesuitenmissionaren nach Neufrankreich ein.

Pater Jogues landete in Québec und folgte dem St. Lorenzstrom flussaufwärts 800 Meilen ins Landesinnere, um Jean de Brébeuf zu unterstützen und sich mit der Sprache und den Lebensgewohnheiten der Huronen vertraut zu machen, wobei die Ureinwohner mittlerweile starke Vorbehalte gegen die „Schwarzröcke“ hatten, die sie für eingeschleppte Seuchen verantwortlich machten. Trotzdem erfolgten ab 1637 erste Taufen. 1639 reiste Jogues mit seinem Mitbruder Pater Charles Garnier weiter zum „Tabak-Volk“ der Petun am Ostrand des Huronsees, wo sie überhaupt nicht willkommen waren, und drang dann bis zu den Stromschnellen des Michigansees beim heutigen Sault Sainte-Marie, wo sich Pater Charles Raymbaut niedergelassen hatte.

Im Sommer 1642 wurden sie von feindlichen Mohawks überfallen und unter Folter und Misshandlungen gefangengehalten – Jogues wurden unter anderem die Nägel ausgerissen und die Finger bis auf die Knochen abgenagt. Der linke Daumen wurde ihm abgehackt. Auf dem Weg von einem Lager zum anderen wurde er im Herbst 1643 von holländischen calvinistischen Siedlern entdeckt, die ihm zur Flucht verhalfen. Jogues wurde nach Neu-Amsterdam (heute New York) gebracht und reiste von dort zurück nach Frankreich, wo er als „lebender Märtyrer“ bis an den königlichen Hof herumgereicht wurde. Papst Urban VIII. erteilte ihm den außerordentlichen Dispens, mit verstümmelten Daumen und Zeigefingern das Messopfer zu feiern.

Eineinhalb Jahre darauf kehrte er nach Québec zurück, durfte allerdings nicht wieder sein Missionsgebiet aufsuchen, sondern wurde von seinen Ordensoberen und den französischen Siedlern als Unterhändler eingesetzt, um von den feindlich gesinnten Irokesen sicheres Geleit für Handel und Reisen zu erreichen. Im Herbst 1646 ging seine Friedensmission gründlich schief. Für Seuchen und Missernten verantwortlich gemacht und als Hexer verdächtig, wurde er in einem Mohawk-Lager mit einem Tomahawk-Schlag auf den Kopf getötet, enthauptet und skalpiert zur Schau gestellt. Sein Leichnam wurde in den Mohawk-Fluss geworfen. Anderntags erlitten auch sein Begleiter Jean de Lalande und ein getaufter Hurone das Martyrium.

Verehrung: Isaac Jogues wurde 1930 gemeinsam mit Jean de Brébeuf und sechs weiteren Jesuitenmärtyrern Neufrankreichs heiliggesprochen. Seine Reliquien werden in der Kathedrale Notre-Dame de Québec verehrt.

Darstellung: bei seinem Martyrium, auf Porträts mit Kopfwunde

  

Weitere Heilige des Tages:
Jean de Brébeuf und Gefährten, Ordenspriester, Märtyrer
Laura von Córdoba, Äbtissin
Paul vom Kreuz, Ordensgründer, Mystiker, Volksprediger