ISIDOR VON SEVILLA

Bischof, Kirchenlehrer
Namensdeutung: Gottesgeschenk (griech.)
Namenstage: Isidor, Isidore, Isidoro, Isidro, weibl.: Isidora, Isadora
Gedenktag: 4. April

Lebensdaten: geboren um 560 in Cartagena (Murcia), gestorben am 4. April 636 in Sevilla

Lebensgeschichte: Isidor stammte aus einer angesehenen hispano-römischen Familie, die wenige Jahre nach seiner Geburt die byzantinisch besetzte Küstenstadt Carthago Nova für Sevilla verließ, die Hauptstadt des westgotischen Reichs von Toledo. Nach dem Tod des Vaters übernahm sein Bruder Leander seine Erziehung und gediegene Ausbildung. Leander, Abt des Klosters von Sevilla und ab 576 Erzbischof der Stadt und der Provinz Hispania Baetica, bewirkte den Übertritt des arianischen Herrschers Rekkared zur katholischen Kirche und stattete seinen Bischofssitz mit einer der größten Bibliotheken seiner Zeit aus – viele Werke hatte er selber aus Rom und Konstantinopel mitgebracht, andere Manuskripte stammten von Christen, die aus Nordafrika geflohen waren.
Nach dem Tod Leanders 601 folgte ihm Isidor ins Bischofsamt nach und führte die guten Beziehungen zum Königshof und den Ausbau der Bibliothek weiter, die er zur Abfassung eines riesigen enzyklopädischen Werks nutzte, mit dem er das rechtgläubige christliche Volk intellektuell gegen Anfeindungen wappnen wollte. Durch mehrere Synoden und Konzilien konnte er den Arianismus im Westgotenreich komplett zurückdrängen. Als Oberhirte wachte er über die Ausbildung der Kleriker, gründete dazu bischöfliche Schulen und protegierte die damals noch wenigen Klöster. Nachdem König Suinthila seine Geburtsstadt Cartagena befreit und die Byzantiner aus Spanien vertrieben hatte, berief Isidor 633 das IV. Konzil von Toledo ein, wo er mit der Formulierung „rex, gens, patria – ein König, ein Volk, ein Vaterland“ viel für die Verschmelzung der hispano-römischen Bevölkerungsschicht mit der westgotischen getan hat.
Bis zu seinem Tod arbeitete er an den 20 Büchern der Etymologiæ, die das gesamte Wissen seiner Zeit sowie zahlreiche klassische Werke überliefern, von denen die Nachwelt sonst nicht wüsste. Mit Isidor, der das mittelalterliche Bildungswesen mit seiner Fächeraufteilung begründete und die antike Gelehrsamkeit an die nachfolgenden Generationen weiterreichte, endet die Epoche der Kirchenväter.

Verehrung: Isidor wurde in Sevilla begraben. König Ferdinand I. erreichte 1063 von den arabischen Eroberern die Herausgabe seines Sarkophags und ließ ihn in der eigens erbauten Isidor-Basilika in León bestatten. Er wurde 1598 heiliggesprochen und 1722 zum Kirchenlehrer erhoben. Reliquien werden auch in der Kathedrale von Murcia verehrt. Vielfach wird Isidor, der einem Mondkrater den Namen gegeben hat, als Patron des Internets bezeichnet. Dafür gibt es aber bislang keine belastbaren Hinweise.

Darstellung: als Bischof mit Stift oder Buch, Bienen oder Bienenstock

Patron: von Spanien und Sevilla

 

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Eva von Lüttich, Reklusin
Heinrich Richter, Priester, Märtyrer
Konrad von Weißenau, Propst