JACQUES LAVAL

Ordenspriester, Missionar
Namensdeutung: Gott möge schützen (hebr.)
Namenstage: Jakobus, Jakob, Jacques, James, Jake, Diego, weibl.: Jacqueline, Jamie
Gedenktag: 9. September

Lebensdaten: geboren am 18. September 1803 in Croth, Normandie, gestorben am 9. September 1864 in Sainte-Croix, Mauritius

Lebensgeschichte: Jacques-Désiré Laval stammte aus einer begüterten Familie, verlor mit sieben Jahren seine Mutter und besuchte die Pfarrschule seines Onkels und anschließend das Knabenseminar von Évreux. Nach seinem Schulabschluss am angesehenen Collège Stanislas in Paris studierte Laval Medizin und ließ sich im Revolutionsjahr 1830 als Arzt in der Normandie nieder. Er führte ein elegantes, luxuriöses Leben, das ihn aber nicht ausfüllte; nachdem eine Verleumdungskampagne ihn zum Umzug gezwungen hatte, seine Liebe zu einer Cousine unerwidert blieb und er auch noch einen schweren Reitunfall erlitt, trat er 1835 ins Priesterseminar von Issy-les-Moulineaux bei Paris ein und wurde 1838 in der Kapelle des Seminars von Saint-Sulpice zum Priester geweiht.

Zwei Jahre lang war er in dem Dorf Pinterville als Kaplan tätig, bis er sich den Missionaren vom Unbefleckten Herzen Mariens (später Spiritaner genannt) anschloss, die sich dem Apostolat unter ehemaligen Sklaven widmeten. 1841 legte er in Port-Louis auf der Zuckerrohrinsel Mauritius im Indischen Ozean an, wo kurz zuvor 70.000 Sklaven freigelassen worden waren. Pater Jakob lernte erst einmal Kreolisch, verfasste einen rudimentären Katechismus und band Menschen an sich, indem er die Armen und Verachteten höflich mit „Madame“ und „Monsieur“ anredete. Die von ihm ausgebildeten Katecheten kümmerten sich in ihren jeweiligen Bezirken um Arme, Kranke und Sterbende, feierten Andachten und unterrichteten die Menschen.

Laval selbst wurde oftmals von den weißen Landbesitzern angefeindet und brauchte eine Weile lang sogar Polizeischutz. Er besaß nur eine geflickte Soutane, wohnte in einem Holzverschlag auf dem Kirchhof und besuchte die Insel auf dem Rücken eines Esels. Im Laufe der Jahre führte er 63.000 Menschen zur Taufe. Als 1854 die Cholera und 1856 die Pocken auf der Insel wüteten, widmete sich Pater Laval den Kranken und Sterbenden mit all seiner Kraft. 1864 starb er nach einer Serie von Schlaganfällen und wurde im Beisein von 40.000 Menschen bestattet.

Verehrung: Seit 1976 ist Lavals Todestag Staatsfeiertag auf Mauritius. Papst Johannes Paul II. sprach den „Apostel von Mauritius“ 1979 selig. Bis heute pilgern jede Woche 10.000 Menschen unterschiedlicher Religionen zu seinem Grab, in der Nacht zum 9. September zählt man bis zu 150.000 Besucher. Am 9. September 2019 besuchte auch Papst Franziskus anlässlich seiner Afrikareise Lavals Grab.

 

Weitere Heilige des Tages:
Petrus Claver, Ordenspriester, Missionar
Seraphina Sforza, Äbtissin