JAKOBUS DER JÜNGERE

Apostel, Märtyrer
Namensdeutung: Gott möge schützen (hebr.)
Namenstage: Jakobus, Jakob, Jacques, James, Jake, Diego, weibl.: Jacqueline, Jamie
Gedenktag: 3. Mai

Lebensdaten: geboren in Nazareth, gestorben 62 in Jerusalem

Lebensgeschichte: „Jakobus, Sohn des Alphäus“, erscheint in allen Apostellisten (Mt 10,3; Mk 3,18; Lk 6,15; Apg 1,13) und wird zur Unterscheidung vom Zebedäussohn Jakobus dem Älteren „der Jüngere“ genannt. Traditionell wird er mit Jakobus „dem Kleinen“ gleichgesetzt, dem Sohn der „Maria, Frau des Klopas“, die mit ihrer Schwester Maria, der Mutter Jesu, unter dem Kreuz stand (Joh 19,25). Dieser Cousin Jesu wird nach semitischem Brauch als dessen „Bruder“ (Mt 13,55; Mk 6,3) und näherhin als „Herrenbruder“ bezeichnet (Gal 1,19).

Für die Apostelgeschichte und den heiligen Paulus ist Jakobus die Führungspersönlichkeit der Jerusalemer Urgemeinde, eine „Säule“ der Kirche, welcher der Auferstandene eigens erschienen ist (Gal 2,9; 1 Kor 15,7). Beim Apostelkonzil fasst er mit Petrus den Entschluss, von den Heidenchristen nicht die Befolgung der jüdischen Vorschriften zu verlangen (vgl. Apg 15,19f.), obwohl er sich als Anführer der judenchristlichen Partei ursprünglich dafür eingesetzt hatte, womit er dem christlichen Glauben den Weg zur Weltreligion ebnete.

Jakobus wurde mit dem Beinamen „der Gerechte“ bedacht und als erster Bischof von Jerusalem gezählt, berichten frühchristliche Schriftsteller wie Hegesipp († nach 180) und Clemens von Alexandrien († um 215). Seine herausragende Rolle in der Jerusalemer Urgemeinde wurde ihm zum Verhängnis: Nach Josephus Flavius († um 100) nutzte Ananus ben Ananus während seiner dremonatigen Amtszeit als Hohepriester eine Amtsvakanz zwischen zwei römischen Statthaltern im Jahr 62, um die Steinigung des Jakobus zu verfügen. Jakobus wurde von den Zinnen des Tempels gestürzt und mit der Stange eines Tuchwalkers totgeprügelt.

Völlig umstritten ist seine Autorschaft des Jakobusbriefs, zumal der Verfasser sich darin selber nicht als „Herrenbruder“, sondern als „Knecht Gottes und Jesu Christi, des Herrn“ bezeichnet (Jak 1,1).

Verehrung: Jakobus’ Reliquien wurden gemeinsam mit denen des Apostels Philippus an einem 1. Mai unter Papst Pelagius I. († 561) in die heutige Basilika SS. Dodici Apostoli übertragen und ruhen unter dem Hochaltar. Weitere Reliquien befinden sich in Andechs, Florenz, Köln und Paris.

Darstellung: als Apostel mit Buch, Zimmerersäge, Keule oder Walkerstange

Patron: von Uruguay, Friesland und Dieppe, der Walker, Gerber, Hutmacher, Krämer, Konditoren und Pastetenbäcker

  

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Emilia Bicchieri, Mystikerin, Klostergründerin
Philippus, Apostel, Märtyrer
Philipp von Zell, Einsiedler, Priester
Alexander I., Papst