JEAN DE BRÉBEUF

Ordenspriester, Märtyrer
Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.)
Namenstage: Jean, Johannes, Johann, Youhanan, Jan, Jannis, Juan, João, John, Hans, Hannes, Iwan, Jovan, Yannik, weibl.: Johanna, Juana, Jeanne, Jean, Jane, Janis
Gedenktag: 19. Oktober

Lebensdaten: geboren am 25. März 1593 in Condé-sur-Vire, Normandie, gestorben am 16. März 1649 am Huronsee, Ontario

Lebensgeschichte: Jean de Brébeuf soll aus einer uralten normannischen Familie stammen, über seine Eltern und sein Heranwachsen ist jedoch nichts mehr bekannt. Mit 24 Jahren trat er ins Noviziat der Jesuiten in Rouen ein und wurde 1622 zum Priester geweiht. Seiner Sprachbegabung wegen entsandte ihn der Orden drei Jahre später zur Mission nach Neufrankreich, das sich von Neufundland bis zum Golf von Mexiko erstreckte. Von Québec reiste er im Kanu 800 Meilen weiter zum Huronsee, wo die indianische Stammesgruppe gute, vor allem Handelsbeziehungen zu den Franzosen unterhielt. Drei Jahre verwandte Brébeuf vor allem aufs Erlernen der Sprache der Huronen, dann musste er 1629 wegen der Übergabe der Kolonie an die Engländer Kanada verlassen und nach Frankreich zurückkehren.

Nachdem die um große Gebiete beschnittene Kolonie an Frankreich zurückgefallen war, schiffte sich Brébeuf erneut nach Kanada ein, wo er 1633 eintraf, aber nur mit Mühe sein Missionsgebiet wieder erreichen konnte: Die Huronen waren wegen der von den Europäern eingeschleppten Seuchen misstrauisch geworden und sollten die Hälfte ihrer Bevölkerung an die Pocken verlieren. Brébeuf eignete sich die Sprache immer besser an, übersetzte Bibeltexte sowie einen Katechismus und stellte ein Wörterbuch sowie eine Grammatik zusammen. 1642 verfasste er das älteste kanadische Weihnachtslied „Iesous ahatonnia“ in der Lokalsprache Wendat. Brébeufs detaillierte Beschreibungen der Huronen gelten als bedeutende historische Quelle.

Erste zaghafte Missionserfolge stellten sich ein. 1635 berichtete er von 14 Taufen, von 86 im Folgejahr. 1639 ließen sich Brébeuf und ein Mitbruder an der Georgsbucht des Huronsees nieder. Die Bekehrungen durch Brébeuf, der einen Ruf als Schamane genoss und dem die Pocken offenbar nichts anhaben konnten, nahmen kontinuierlich zu. 1649 wurde er bei einem Angriff von Irokesen auf die Huronen gefangengenommen und entsetzlich gefoltert. Unter anderem „taufte“ man ihn mit kochendem Wasser und verstümmelte ihn mit glühenden Eisen. Anschließend wurde er verbrannt und sein Herz verspeist – wegen seiner Tapferkeit während seines Martyriums.

Verehrung: Für Brébeufs Haupt wurde ein Silberreliquiar angefertigt, das bis zu seiner Seligsprechung 1925 die Augustinerinnen des Hôtel-Dieu von Québec in ihrer Kapelle verwahrten. Seitdem wird es im Priesterseminar von Québec verehrt. 1930 gemeinsam mit Isaac Jogues († 18. Oktober 1646) und sechs weiteren Jesuitenmärtyrern Neufrankreichs heiliggesprochen, wurde er 1940 zum Mitpatron Kanadas erklärt.

Darstellung: bei seinem Martyrium, mit Pyxis

Mitpatron: von Kanada

 

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Paul vom Kreuz, Ordensgründer, Mystiker, Volksprediger