JOHANNES I.

Papst, Märtyrer
Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.)
Namenstage: Johannes, Jan, Janis, Juan, Jean, John, Hans, Hannes, Johann, Yannik, weibl.: Johanna, Juana, Jeanne
Gedenktag: 18. Mai

Lebensdaten: geboren um 470 in oder bei Siena, gestorben am 18. Mai 526 in Ravenna

Lebensgeschichte: Johannes wurde in Florenz sowie in Rom zum Kleriker ausgebildet und wirkte als Diakon an der römischen Kurie. Bei ihm könnte es sich um den „Diakon Johannes“ handeln, dessen Unterschrift unter den römischen Synodenbeschlüssen von 499 bis 502 steht. Er könnte auch derjenige sein, dem der Philosoph und Staatsmann Boethius einige seiner Schriften widmete. Sicher ist, dass Johannes dem zweimaligen Gegenpapst Laurentius anhing: 506 bittet er Papst Symmachus dafür um Vergebung. Er war Berater Papst Gelasius’ I. und Erzdiakon Papst Hormisdas’, dem er 523 ins Amt folgte.

Im Liber Pontificalis steht über Johannes zu lesen, dass er zahlreiche Märtyrergräber und Kirchenbauten in Rom und in der königlichen Residenzstadt Ravenna instandsetzen ließ. Er förderte den Kirchengesang, ließ von Dionysius Exiguus den genauen Ostertermin am ersten Sonntag nach dem Frühjahrsvollmond berechnen und übernahm für die Kirche von Rom dessen Zählweise der Jahre ab Christi Geburt.

Der gotische Herrscher Theoderich, arianischen, das heißt anti-trinitarischen Glaubens, entsandte Johannes gegen dessen Willen zum oströmischen und rechtgläubigen Kaiser Justin I. nach Konstantinopel, um diesen zur Abmilderung seiner Maßnahmen gegen die Arianer in seinem Reichsgebiet zu bewegen. Im Falle des Scheiterns dieser Mission drohte Theoderich offen mit anti-katholischen Repressalien. Papst Johannes wurde mit seinem großen Gefolge aus Bischöfen und Senatoren glänzend in Konstantinopel empfangen und erreichte auch allerhand vom Kaiser, doch bei seiner Rückkehr verdächtigte ihn der argwöhnische Theoderich der Verschwörung mit Kaiser Justin gegen ihn und ließ ihn in Ravenna einkerkern. Dort starb Johannes an Vernachlässigung und Hunger.

Verehrung: Johannes’ Leichnam wurde nach Rom verbracht und in Alt Sankt Peter beigesetzt .

Darstellung: hinter Gefängnisgittern mit Diakon und Subdiakon

 

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