JOHANNES LEONARDI

Priester, Ordensgründer
Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.)
Namenstage: Johannes, Giovanni, Jan, Janis, Juan, Jean, John, Hans, Hannes, Johann, Yannik, weibl.: Johanna, Giovanna, Jana, Juana, Jeanne
Gedenktag: 9. Oktober

Lebensdaten: geboren um 1540 in Diecimo di Borgo a Mozzano (Provinz Lucca), gestorben am 9. Oktober 1609 in Rom

Lebensgeschichte: Giovanni Leonardi war eines von fünf Kindern einer einfachen Landwirtsfamilie und ging mit 17 Jahren in die Provinzhauptstadt Lucca, um den Apothekerberuf zu erlernen. Dort gründete er, angestoßen von den Dominikanern der Stadt, gemeinsam mit anderen frommen Jugendlichen die „Compagnia dei Colombini – Gesellschaft der Turteltäubchen“ nach dem Vorbild des hl. Laienpredigers Giovanni Colombini († 1367). Nach dem Tod des Vaters 1568 ließ er sich nicht wie vorgesehen in der Heimat nieder, sondern nahm das Studium der Theologie auf.

Nach seiner Priesterweihe wurde ihm eine Luccheser Pfarrei anvertraut, in der er eine Schule einrichtete, um Kinder im rechten Glauben und in der christlichen Lebensführung zu unterweisen. 1574 gründete er dazu mit vier Mitpriestern die „Gesellschaft der christlichen Lehre“. Aus diesem Apostolat und zur Umsetzung der Beschlüsse des Trienter Konzils in den Pfarreien entstand bald darauf die Kongregation der „Reformierten Priester der Allerseligsten Jungfrau“, das spätere Ordensinstitut der „Regularkleriker der Muttergottes“.

Leonardis Umtriebigkeit machte ihn dem Senat Luccas verdächtig, der ihn 1587 der Stadt für immer verwies. Er übersiedelte nach Rom, wo er alsbald Freundschaft mit Philipp Neri schloss, der ihn umgehend Papst Clemens VIII. vorstellte. Leonardi wurde mit den heiklen Aufgaben betraut, einige Benediktinerkongregationen zu visitieren und das Spendenaufkommen zum Bau des Marienheiligtums Madonna dell’Arco bei Neapel zu überwachen, stellte den Papst jedoch sehr zufrieden. 1601 wies dieser Leonardis Kongregation das römische Marienheiligtum Santa Maria in Portico zu.

1608 legten Leonardi und die spanischen Geistlichen Martin de Funes und Juan Bautista Vives y Marja in einem Brief an Papst Paul V. die Grundlagen für eine römische Missionszentrale: die spätere „Propaganda fide“ mit dem Kollegium „Urbania“, heute die „Kongregation für die Evangelisierung der Völker“. 1609 starb Leonardi beim Ausbruch einer Influenzaepidemie.

Verehrung: Leonardi liegt in der Kirche Santa Maria in Portico in Campitelli begraben, wohin 1667 das Gnadenbild der ersten Kirche seiner Kongregation verbracht wurde. 1861 selig- und 1938 heiliggesprochen, erklärte ihn Papst Benedikt XVI. 2006 auf Bitten der italienischen Apotheker zu ihrem Schutzpatron.

Darstellung: bei der Niederschrift der Ordensregel unter den Augen der Muttergottes

Patron: der italienischen Apotheker

  

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