JOHANNES MARON

Patriarch
Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.)
Namenstage: Johannes, Johann, Youhanan, Jan, Jannis, Juan, João, Jean, John, Hans, Hannes, Iwan, Jovan, Yannik, weibl.: Johanna, Juana, Jeanne, Jean, Jane, Janis
Gedenktag: 2. März

Lebensdaten: geboren 628 in Sarmin bei Aleppo, gestorben 707 bei Bischarri, Libanon

Lebensgeschichte: Johannes wurde unweit von Antiochien geboren, wo sein Vater Agathon Gouverneur von Sarum war. Spätere Überlieferungen haben ihm eine karolingische Verwandtschaft angedichtet. Johannes wurde in Antiochien und Konstantinopel umfassend ausgebildet, bevor er als Mönch ins Maronkloster am Orontes (unweit vom heutigen Homs) eintrat und sich den Namen des heiligen Klostergründers und Mönchsvaters aus dem 5. Jahrhundert beifügte.

Johannes hat drei Schriften hinterlassen, die seinen Einsatz gegen den Monophysitismus (Ein-Naturen-Glaube) und den Nestorianismus (Zwei-Personen-Glaube) zugunsten der Trinitäts- und Christusdogmen des Konzils von Chalkedon (451) dokumentieren.

Nachdem die christlichen Mardaïten (oder Maraditen) 676 das Gebiet vom Nurgebirge bis Galiläa als Puffer zwischen dem byzantinischen Reich und dem abbasidischen Kalifat besetzt hatten und den sogenannten Messingwall gegen die arabische Invasion stellten, wurde Johannes Maron zu ihrem Bischof mit Sitz in Bothrys (heute Batrun) bestimmt. 685 wurde er Patriarch von Antiochien und des ganzen Orient, wobei der älteste Bischofssitz der Christenheit im Lauf der byzantinisch-sassanidischen Kriege zum bloßen Titularsitz verkommen war.

Weil Papst Sergius I. in Rom seine Zustimmung dazu gegeben hatte, der byzantinische Kaiser Justinian II. aber nicht gefragt worden war und obendrein die Macht der Mardaïten eindämmen wollte, siedelte der Imperator in Abstimmung mit dem Kalifen Abd al-Malik 12.000 von ihnen nach Isaurien (Zentraltürkei) um und versuchte im Jahr 694, die übriggebliebenen „Rebellen“ aufzureiben und Johannes’ habhaft zu werden. Dabei zerstörten die Byzantiner auch das altehrwürdige Maronkloster und machten die 500 Mönche nieder.

Johannes führte darauf das Volk ins Libanongebirge, wo es sich erfolgreich dem Zugriff Ostroms erwehren konnte, und gründete im „Heiligen Tal“ (Wadi Qadischa) das heutige Qannubin-Kloster Unserer Lieben Frau, das jahrhundertelang Sitz der maronitischen Patriarchen war. Dort ist er 707 vermutlich auch gestorben.

Verehrung: Die Maroniten verehren ihren ersten Patriarchen als Gründungsfigur sowohl des christlichen Libanon als auch der orientalischen Kirche, die mit seinem Namen auch den des Mönchsvaters Maron trägt und als einzige nicht dem Großen Morgenländischen Schisma von 1054 folgte. In der Zeit der Kreuzzüge banden sich die Maroniten noch enger an Rom, wo seit 1584 ein eigenes Kolleg die maronitischen Spitzenkleriker ausbildet.

 

Weitere Heilige des Tages:
Agnes von Böhmen, Klostergründerin, Äbtissin
Engelmar Unzeitig, Märtyrer
Grimo von Ursberg, Propst
Karl I. von Flandern, König, Märtyrer