JOHANNES VON CAPESTRANO

Ordenspriester, Volksprediger
Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.)
Namenstage: Johannes, Johann, Jan, Jean, Janis, Hannes, Hans, Yannik, weibl.: Johanna, Jeanne
Gedenktag: 23. Oktober

Lebensdaten: geboren am 24. Juni 1386 in Capestrano (Abruzzen), gestorben am 23. Oktober 1456 in Ilok (Vukovar)

Lebensgeschichte: Johannes war der Sohn eines deutschen Ritters aus dem geschlagenen Heer Ludwigs von Anjou, der als Lehensmann des Grafen von Celano das Bergstädtchen Capestrano verwaltete. Er verlor früh seinen Vater und studierte in Perugia die Rechte. 1409 wurde er königlicher Gerichtsrat in Neapel und 1412 Richter in Perugia, wo er seinen gesellschaftlichen Aufstieg durch die Ehe mit einer Grafentochter zementieren wollte – als 1415 ein Städtekrieg mit den Malatestas ausbrach und er eingekerkert wurde. In der infolge eines Fluchtversuchs überaus harten Haft kam ihm sein bisheriges Leben nichtig vor, weswegen er nach seiner Freilassung seine Ehe – die er nach eigenem Bekunden nie vollzogen hatte – löste und dem Orden der Franziskanerobservanten beitrat.

1417 zum Priester geweiht, unterstützte er seinen Ordensbruder und theologischen Lehrer Bernhardin von Siena beim Kampf um das franziskanische Erbe, das jeweils Observanten, Konventualen und Spiritualen für sich beanspruchten, zog als Wanderprediger durch ganz Europa und predigte über 40 Jahre hinweg jeden Tag. Neben dem Streit mit den konkurrierenden Ordenszweigen setzte sich Johannes für die päpstliche Vollgewalt ein, die sich gegen den Konziliarismus behaupten musste, vermittelte als Legat des Papstes Thronstreitigkeiten und Frieden zwischen den Städten, schoss aber mit seinem Engagement häufig übers Ziel hinaus. Der Papst rief ihn bei der Diskriminierung von Juden und bei der Hussitenmission in Böhmen und Mähren zur Mäßigung auf – vergebens.

1445 zum Kreuzprediger ernannt, sammelte Johannes auf seinen Predigtreisen Gelder und Freiwillige für die Türkenkriege und zog mit einem Tross von zuletzt bis zu 35.000 Bauern, Handwerkern und Studenten nach Osten, wo die Osmanen eingefallen waren. 1453 gerieten Juden in Breslau auf sein Betreiben auf den Scheiterhaufen, jüdische Kinder wurden zwangsgetauft, und Johannes von Capestrano verhinderte auch nicht das Pogrom, mit dem sich die Bevölkerung des Vermögens der Juden bemächtigte.

1456 beschwor er bei der Verteidigung von Belgrad seine mutlos gewordenen Bauern und die 15.000 Söldner des ungarischen Feldherrn Johannes Corvinus, sich noch einmal gegen die 100.000 Türken zu stellen, ging mit erhobenem Kruzifix voran, und auf seinen Einsatz hin soll diese Schlacht gewonnen worden sein. Kurz danach erkrankte er vermutlich an der Seuche, der große Teile des christlichen Heers zum Opfer fielen, und verstarb im damals ungarischen Ilok.

Verehrung: Johannes von Capestrano wurde in der Franziskanerkirche von Ilok im heutigen Kroatien bestattet, sein Grab wurde aber 1526 in der Reformationszeit zerstört. 1690 wurde er heiliggesprochen. Am Wiener Stephansdom erinnert die Capistrankanzel an seine Predigttätigkeit von 1451.

Darstellung: mit Kreuzfahne, Monstranz oder dem IHS-Monogramm

Patron: der Militärseelsorger und der Rechtsanwälte

 

Weitere Heilige des Tages:
Johannes Capistran Natter, Priester
Theodoret, Priester, Märtyrer