JOHN FISHER

Bischof, Märtyrer
Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.)
Namenstage: John, Johannes, Youhanan, Jan, Jannis, Juan, João, Jean, Johann, Hans, Hannes, Iwan, Jovan, Yannik, weibl.: Johanna, Juana, Jeanne, Jean, Jane, Janis
Gedenktag: 22. Juni

Lebensdaten: geboren am 19. Oktober 1469 in Beverley, Yorkshire, gestorben am 22. Juni 1535 in London

Lebensgeschichte: Der Kaufmannssohn John Fisher besuchte die angesehene Grammar School seiner Heimatstadt und ab 1484 das bereits humanistisch geprägte Kolleg Michaelhouse (heute Trinity College) der Universität Cambridge. 1491 erhielt er den Magistergrad und wurde mit päpstlichem Dispens vom Mindestalter zum Priester geweiht. Fisher blieb an der Universität, wo er 1501 zum Doktor der Theologie promoviert und zum Vizekanzler gewählt wurde. Lady Margaret, die Königinmutter, machte ihn zu ihrem Kaplan und förderte durch Stiftungen Fishers Ausbau der Universität Cambridge zum humanistischen Zentrum des Landes.

1504 wurde John Fisher auf Betreiben König Heinrichs VII. zum Bischof der kleinen Diözese Rochester ernannt, dem traditionellen Sprungbrett auf die leitenden Bischofssitze des Landes, doch Fisher begnügte sich mit dem unbedeutenden Bistum, um in Cambridge weiterwirken zu können, wo er Kanzler auf Lebenszeit wurde. Dennoch kam er als Erzieher des Thronfolgers und 1509 als Leichenprediger des Königspaars zu großen Ehren. 1526 hielt er auf Befehl König Heinrichs VIII. eine vielbeachtete Predigt gegen Martin Luther und dessen Lehren von der Kanzel bei St Paul’s Cross an der Londoner Kathedrale. Bischof Fisher bekämpfte Abweichungen von der kirchlichen Lehre bis hin zur Verfolgung der Protestanten.

Aus Treue zum Sakrament der Ehe wurde er zum Hauptanwalt der Königin – und zum Feind des Königs, als dieser die Scheidung von seiner Frau Katharina von Aragon betrieb. Als Mitglied des Oberhauses wehrte er die Übergriffe des Königs und des willfährigen Parlaments auf die Rechte der Kirche – und das Eigentum seiner Universität – ab und appellierte 1531 an den Heiligen Stuhl, was der König ebenso wie die Anerkennung eines päpstlichen Legaten untersagt hatte. Heinrich ließ Fisher verhaften, nötigte der Kirche die gigantische Summe von 100.000 Pfund als Wiedergutmachung ab und setzte seine Anerkennung als Oberhaupt der Kirche in England durch. 1533 erfolgte die Scheidung des Königs und die Krönung Anne Boleyns.

Fisher verweigerte den verlangten Eid auf die Thronfolge der Kinder aus dieser illegitimen Ehe und wurde 1534 als Bischof abgesetzt und wegen Verrats in den Londoner Tower gesteckt. Seine Kreierung zum Kardinal durch Papst Paul III. erboste den König nur noch mehr. Seinem Prozess 1535 stand unter anderen Anne Boleyns Vater als Richter vor, als einziger Zeuge erschien ein Spitzel vor Gericht, demgegenüber Fisher erklärt hatte, dass der König nicht das Oberhaupt der Kirche in England sei. Fisher wurde zum Tode durch Hängen, Ausweiden und Vierteilen verurteilt. Heinrich wandelte das Urteil in Enthauptung um, die am 22. Juni 1535 vollzogen wurde.

Verehrung: Fishers Kopf wurde auf einer Lanze aufgespießt auf der London Bridge ausgestellt, zog aber so viele Besucher an, dass man ihn in die Themse warf und durch den Thomas Morus’ ersetzte. Papst Leo XIII. sprach ihn 1886 als Ersten auf einer Liste von 53 englischen Märtyrern selig. Seine Heiligsprechung gemeinsam mit der Morus’ erfolgte 1935 durch Papst Pius XI. John Fisher ist Namensgeber einiger kirchlicher Institutionen in den US-amerikanischen Orten Rochester in den Staaten New York und Michigan.

Darstellung: als Bischof im Chorhemd

Patron: der US-amerikanischen Diözese Rochester

 

Weitere Heilige des Tages:
Albin von Rom, Märtyrer
Paulinus von Nola, Bischof
Thomas Morus, Märtyrer