JULIE BILLIART

Ordensgründerin
Namensdeutung: aus dem Geschlecht der Julier stammend (lat.)
Namenstage: Julie, Julia, Jule, Julietta, Juliana, Juliane, Julienne, Juliet, Jillian, July, Hülya, Julka, Julika, Liane, Uljana, männl.: Julius
Gedenktag: 8. April

Lebensdaten: geboren am 12. Juli 1751 in Cuvilly, Picardie, gestorben am 8. April 1816 in Namur, Belgien

Lebensgeschichte: Marie-Rose-Julie war das zweitjüngste von sieben Kindern der Bauernfamilie Billiart und konnte mit sieben Jahren den Katechismus auswendig aufsagen. Am liebsten spielte sie mit anderen Kindern Religionsunterricht, wobei sie ansonsten gerade einmal schreiben und lesen konnte. Wegen ihrer geistlichen Reife und Frömmigkeit wurde sie bereits als Neunjährige gefirmt und empfing die Erstkommunion. Fünf Jahre später legte sie ein privates Keuschheitsgelübde ab.

Mit 23 Jahren erlebte sie einen Schock, als auf ihren Vater geschossen wurde, und acht Jahre später steckte sie sich bei einer Epidemie an, weswegen sie in der Folge gelähmt blieb. 22 Jahre lang musste sie das Bett hüten, wobei sie täglich die heilige Kommunion empfing, Stunden im Gebet verbrachte und Altarleinen bestickte. Kinder besuchten sie und lernten bei ihr den Katechismus.

In Amiens, wohin sie sich vor dem französischen Revolutionsterror geflüchtet hatte, entstand um sie ein kleiner Zirkel adeliger Damen, die ihr geistliches Leben vertiefen und sich dem Dienst an Gott und den Nächsten widmen wollten. Mit Hilfe ihres Beichtvaters Pater Joseph Varin rief sie die Kongregation der „Schwestern Unserer Lieben Frau“ ins Leben. Nachdem sie auf wundersame Weise von ihrer Lähmung geheilt worden war, übernahm sie das Amt der Generaloberin und gründete in schneller Folge Waisenhäuser, Ausbildungsstätten für Erzieherinnen und Schulen für Mädchen.

Als man versuchte, ihr modernes Ordenskonzept lokaler Verantwortlichkeiten an ein monastischeres Ideal zurückzubinden, verließ sie Amiens und ließ sich im belgischen Namur nieder, wo noch heute das Mutterhaus der Kongregation steht. Von 1804 bis 1816 gründete Julie Billiart 15 Niederlassungen, besuchte sie auf über hundert beschwerlichen Reisen und schrieb ihren Schwestern Hunderte von Briefen.

Am 8. April 1816 starb sie nach einer dreimonatigen Krankheit in Namur und wurde in der Kapelle des Mutterhauses bestattet.

Verehrung: 1906 von Papst Pius X. seliggesprochen, wurde sie 1969 von Papst Paul VI. heiliggesprochen.

 

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