KAJETAN THIENE

Ordensgründer
Namensdeutung: aus der Stadt Gaeta (ital.)
Namenstage: Cajetan, Kajetan, Gaetano, Gaëtan, Caetano, Cayetano, Gaetanino, Tano, weibl.: Gaetana
Gedenktag: 7. August

Lebensdaten: geboren im Oktober 1480 in Vicenza, gestorben am 7. August 1547 in Neapel

Lebensgeschichte: Gaetano Thiene stammte aus zwei Adelsfamilien Vicenzas und studierte weltliches und kirchliches Recht in Padua. Nach der Promotion zum Doktor beiderlei Rechte wurde er 1504 durch Tonsur in den Klerikerstand aufgenommen, hielt sich aber auf Wunsch der Mutter die Möglichkeit offen, die Familienlinie weiterzuführen. 1507 ließ er sich in Rom nieder, wo er vorzügliche Kontakte zur päpstlichen Kurie knüpfte, für die Summe von 2600 Dukaten das Amt eines Apostolischen Protonotars erwarb und zum Geheimsekretär Papst Julius’ II. avancierte.

Ende September 1516 durchlief er mit einem Dispens von Papst Leo X. in nur vier Tagen die Stufen des Weiheamts und wurde zum Priester geweiht. Seine Primiz beging er erst drei Monate später – vermutlich hielt er sich der Feier der heiligen Messe für unwürdig. Gaetano gehörte durch die Mitgliedschaft in Oratorien und Bruderschaften einer geistlichen Strömung an, die karitatives Engagement für Arme und Kranke mit dem Anliegen einer Reform des Klerus verband. Er war an der Gründung und Reorganisation von „Montes Pietatis“ (Leihanstalten) sowie an der Errichtung und Übernahme von Krankenhäusern in Vicenza, Verona und Venedig beteiligt.

1524 gründete er in Rom gemeinsam mit seinen langjährigen Mitstreitern Gian Pietro Carafa, den späteren Papst Paul IV., Bonifacio de’ Colli und Paolo Consiglieri den Orden der Regularkleriker, nach Carafas Bischofssitz Chieti, lateinisch Theatinum, kurz Theatiner genannt. Nach der Plünderung des römischen Ordenshauses und schweren Misshandlungen beim „Sacco di Roma“ 1527 zog Gaetano nach Venedig, wo Tausende von Bedürftigen unter Hunger und Seuchen litten. Er eröffnete wiederum ein Hospiz – zeitweise unterstützt von Hieronymus Miani – und entfaltete neu seine sozial-karitative Tätigkeit.

1533 eröffnete er auf Einladung des spanischen Vizekönigs ein Ordenshaus in Neapel, dem er ein Institut zur Abwehr reformatorischer Einflüsse angliederte. Ab 1543 lebte er dort zurückgezogen im Kloster San Paolo Maggiore, das man dem Orden überlassen hatte. Er starb 1547 auf Brettern, über die man ein Bußgewand gebreitet hatte.

Verehrung: Gaetano Thiene liegt in der ehemaligen Klosterkirche San Paolo Maggiore begraben und wurde 1629 selig- und 1671 heiliggesprochen. Aus Anlass der Geburt seines Kronprinzen erbaute Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern 1662 die Theatinerkirche St. Kajetan in München und erklärte den Heiligen 1672 zum Patron von Kurbayern, was aber von seiner Verehrung her folgenlos blieb. In Argentinien, wo in fast jedem Haus sein Bild hängt, ist sein Fest am 7. August eines der bedeutendsten des Landes.

Darstellung: als Priester im Chorhemd mit Stola, mit oder vor dem Jesuskind

Patron: von Kurbayern, der Verwalter, der Arbeitsuchenden (von „Brot und Arbeit“), der Glücksspieler

  

Weitere Heilige des Tages:
Afra, Märtyrin
Friedrich von Spee, Ordenspriester
Xystus II., Papst