KAREL VOM HEILIGEN ANDREAS

Ordenspriester
Namensdeutung: der Tüchtige, Freie (althochdeutsch)
Namenstage: Karl, Charles, Carlo, Karel, Karol, weibl.: Carla, Karola, Charlotte, Karlotta, Lotti
Gedenktag: 5. Januar

Lebensdaten: geboren am 11. Dezember 1821 in Munstergeleen, niederländische Provinz Limburg, gestorben am 5. Januar 1893 in Harold’s Cross, Dublin

Lebensgeschichte: Joannes Andreas Houben war das vierte von elf Kindern einer armen Müllerfamilie und außerhalb seines Zuhauses auffallend schweigsam und scheu. In der Schule gab er sich redlich Mühe, hatte aber Schwierigkeiten mit dem Lernen. Mit 19 Jahren musste er für fünf Jahre zum Militärdienst einrücken. Dort soll er bei einer Übung versehentlich sein Gewehr in die falsche Richtung angelegt und seinen vorgesetzten Offizier um ein Haar erschossen haben. Während seiner Dienstzeit kam er mit dem Passionistenorden in Berührung, der eben seine erste Niederlassung im belgischen Ere bei Tournai gegründet hatte. 1845 wurde er dort zum Noviziat zugelassen, legte im Folgejahr seine ersten Gelübde ab und erhielt mit der feierlichen Einkleidung den Ordensnamen Karel van Sint Andries. Nicht lange nach seiner Priesterweihe 1850 wurde er nach England gesandt, wohin sich auch viele Iren vor der Großen Hungersnot infolge der Kartoffelfäule geflüchtet hatten. 1857 wurde er in das neugegründete Kloster Mount Argus in Harold’s Cross, Dublin, versetzt. Pater Karel, der die englische Sprache nie wirklich beherrschte, wurde nicht, wie im Passionistenorden üblich, in Volksmissionen und Einkehrtagen und schon gar nicht als Prediger eingesetzt, sondern fand seine Berufung im Beichtstuhl und besonders im Dienst an den Kranken. Seinem Zuspruch, Trost und Gebet verdankten sich viele Besserungen und unerklärliche Heilungen, so dass er weit über die Stadtgrenzen hinaus berühmt wurde und immer häufiger aufgesucht und angeschrieben wurde. Die kirchlichen Autoritäten bis hin zu Erzbischof Kardinal Cullen wurden argwöhnisch, als sich schließlich die Dubliner Ärzteschaft über ihn beschwerte, er halte die Leute vom Arztbesuch fern, und zum Schluss sogar findige Gauner Weihwasser teuer verkauften, das Pater Karel gesegnet hatte. 1866 zog ihn die Ordensleitung lieber ab und setzte ihn wieder in England ein. Acht Jahre später, 1874, durfte Pater Karel nach Irland zurück, wo er seinen liebgewonnenen Dienst an den Beichtenden und Kranken schnell wieder aufnahm und zu einer lokalen Berühmtheit wurde – selbst James Joyce erwähnt ihn kurz in seinem Roman Ulysses. 1881 erlitt Pater Karel bei einem Verkehrsunfall einen Beinbruch, der nie richtig heilte und ihn schneller altern ließ. Er starb im Morgengrauen des 5. Januars 1893 mit 71 Jahren.

Verehrung: Kurz nach seinem Begräbnis im Kloster Mount Argus schrieb der Superior des Klosters an Karels Familie: „Die Menschen haben ihn bereits heiliggesprochen.“ 1988 wurde er von Papst Johannes Paul II. selig- und 2007 von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen. In Dublin ist es vielfach Brauch, sein Grab täglich aufzusuchen.

 

Weitere Heilige des Tages:

Emilia von Rom, Ordensfrau
Eduard der Bekenner, König
Johannes Nepomuk Neumann, Bischof