KARL LEISNER

Priester, Glaubenszeuge
Namensdeutung: der Tüchtige, der Freie (althochdeutsch)
Namenstage: Karl, Charles, Carlo, Karel, Karol, weibl.: Karla, Karola, Charlotte, Karlotta, Lotti
Gedenktag: 12. August

Lebensdaten: geboren am 28. Februar 1915 in Rees, gestorben am 12. August 1945 bei München

Lebensgeschichte: Karl Leisner wuchs in Kleve auf, wo er entscheidende Anstöße von seinem Religionslehrer, einem Priester, erfuhr und sich der katholischen Jugend- und der Schönstattbewegung anschloss. Nach dem Abitur studierte er in Münster Theologie und engagierte sich als Diözesanjungscharführer im Bistum, was die Gestapo zu einer Hausdurchsuchung samt Verhör und Beschlagnahme seiner Tagebücher veranlasste. Im Freisemester an der Universität Freiburg verliebte er sich in die Tochter seiner Gastfamilie und rang bis zum Studienende um seine Berufung zum Priester.
1939 wurde er von Bischof Clemens August Graf von Galen zum Diakon geweiht, konnte aber wegen einer Tuberkuloseerkrankung nicht wie geplant zum Priester geweiht werden. Als er im Sanatorium vom missglückten Elser-Attentat auf Hitler hörte, rutschte ihm ein bedauerndes „Schade!“ heraus, woraufhin ihn ein Mitpatient der Gestapo meldete, die ihn umgehend verhaftete. Der Gefängnishaft folgte die Verbringung ins Konzentrationslager Sachsenhausen und im Dezember 1940 nach Dachau.
Im September 1944 wurde Bischof Gabriel Piguet von Clermont-Ferrand ins KZ eingeliefert – ein Hoffnungsschimmer für den schwerkranken Karl Leisner, doch noch die Priesterweihe zu empfangen. Mit Erlaubnis des Heimatbischofs, Wissen des Münchener Kardinals Michael Faulhaber und vor allem mit Hilfe der Schwesternschülerin Josefa Imma Mack konnten die notwendigen Genehmigungen, Gewänder und liturgischen Geräte beschafft werden, den Bischofsstab schnitzte ein Mithäftling im Priesterblock. Am 17. Dezember 1944 wurde Karl Leisner tatsächlich heimlich zum Priester geweiht, am 26. Dezember feierte er seine erste und zugleich auch letzte heilige Messe, ein evangelischer Pfarrer sorgte für das Primizmahl.
Nach der Befreiung des Lagers Dachau Ende April 1945 wurde Karl Leisner in das Sanatorium nach Planegg bei München gebracht, wo er am 12. August an den Folgen von Haft und Krankheit starb.

Verehrung: Karl Leisner wurde in Kleve bestattet und ruht seit 1966 im Xantener Dom, wo er vor allem auch unter den Priestern eine wachsende Verehrung und Bitte um Fürsprache erfährt. 1996 wurde er seliggesprochen, 2007 wurde der Heiligsprechungsprozess eröffnet.

 

Weitere Heilige des Tages:
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