KARL LWANGA

Märtyrer
Namensdeutung: der Tüchtige, Freie (althochdeutsch)
Namenstage: Karl, Charles, Carlo, Karel, Karol, weibl.: Carla, Karola, Charlotte, Karlotta, Lotti
Gedenktag: 3. Juni

Lebensdaten: geboren 1860 in Buganda, Uganda, gestorben am 3. Juni 1886 in Namugongo

Lebensgeschichte: Lwanga wuchs auf der Insel Bubembe im Viktoriasee auf; als Priesteranwärter des See-Wächtergottes Mukasa achtete er strikt auf sexuelle Enthaltsamkeit, auch am Hof des Königs Mutesa, an den er mit etwa 18 Jahren als Page gegeben wurde – es war üblich, die 500 Pagen im Alter von 13 bis 18 Jahren Gästen und Angehörigen der Landeseliten zu deren sexuellem Vergnügen anzubieten. Sein Keuschheitsideal sah er allerdings bei den Weißen Vätern Ludovic Girault und Siméon Lourdel (genannt „Mapeera“, aus dem französischen „Mon Père“ verballhornt) sowie beim katholisch gewordenen obersten Pagen und Haushofmeister Joseph Mukasa Balikuddembe so verwirklicht, dass er sich der „französischen Religion“ annäherte – die „englische Religion“ meinte die einsetzende britische und anglikanische Präsenz.

1884 folgte Mwanga seinem Vater als König nach. Der erst 16jährige Monarch musste sich unter dem Argwohn seiner Entourage als stark und durchsetzungsfähig erweisen, und weil die kolonialen Bestrebungen der Europäer mit missionarischen Aktivitäten einhergingen und sich dazu die christlich gewordenen Pagen den homosexuellen Anwandlungen des polygam lebenden Königs entzogen, griff er gegen die Christen als vermeintliche Verräter durch. Am 15. November 1885 wurde der anglikanische Erzbischof James Hannington auf Geheiß des Königs ermordet, ebenso Joseph Mukasa, der Mwanga deswegen Vorhaltungen gemacht hatte. Der stattliche und mit natürlicher Autorität ausgestattete Lwanga folgte ihm in dessen Ämtern nach und empfing in derselben Nacht die Taufe auf den Namen Charles – nach dem Gründer der Weißen Väter Kardinal Charles Lavigerie.

König Mwanga versuchte vergebens, Karl Lwanga vom Glauben und der Erfüllung seiner religiösen Pflichten abzubringen, konnte sich aber lange nicht entschließen, ihn als einen seiner fähigsten Untertanen loszuwerden. Doch am 25. Mai 1886 stellte er alle Pagen vor die Alternative: ihre christliche Überzeugung aufzugeben oder als Verräter hingerichtet zu werden. Bis dahin hatte Karl Lwanga aber so tief in die junge Schar hineingewirkt, dass alle christlichen Pagen, ob katholisch oder anglikanisch, den Tod wählten. In der Nacht vor ihrer Verurteilung taufte Karl Lwanga noch heimlich vier Katechumenen, darunter den erst 13jährigen Kizito. Dann wurden die Pagen zum königlichen Richtplatz von Namugongo geführt, wo sie am Fest Christi Himmelfahrt, in Strohdecken gehüllt, lebendig verbrannt wurden. Auf diese und andere Weise verloren 23 Anglikaner und 22 Katholiken ihr Leben.

Verehrung: 1920 wurden Karl Lwanga und seine 21 Gefährten selig- und 1964 heiliggesprochen. Zu ihrem Gedenktag am 3. Juni 2018 kamen rund vier Millionen Wallfahrer zur Basilika der ugandischen Märtyrer in Namugongo.

Patron: der katholischen Aktion und der Jugend Afrikas

 

Weitere Heilige des Tages:
Johannes Grande, Wohltäter, Einsiedler
Kevin von Wicklow, Klostergründer, Abt
Klothilde, Königin