KOLUMBAN

Abt, Glaubensbote
Namensdeutung: Täubchen (lat.)
Namenstage: Kolumban, Columban, Colomban, Colombano, Colman, Koulman, weibl.: Kolumba, Columba, Coloma, Comba
Gedenktag: 23. November

Lebensdaten: geboren um 543 in der Provinz Leinster, Irland, gestorben am 21. November 615 in Bobbio, Emilia-Romagna

Lebensgeschichte: Kolumban genoss bereits in seinem Elternhaus eine gediegene Erziehung und widmete sich in der nordirischen Abtei Cleenish dem Studium der Heiligen Schrift. Mit etwa 20 Jahren trat er ins Kloster Bangor ein, wo er unter Abt Comgall seine Ausbildung beschloss und die Priesterweihe empfing. 591, nach 30 Jahren strenger Klosterdisziplin, verließ er mit zwölf Gefährten – darunter Gallus – Irland und begab sich auf Missionspilgerschaft nach dem europäischen Festland. Auf Einladung der fränkischen Herrscher ließen sich die Mönche in der verfallenen Festung Annegray in den Vogesen nieder, wo ihre Kultivierung der Seelen und des Landes so großen Erfolg hatte, dass mit Luxeuil und Fontaine bald zwei weitere Klöster gegründet werden mussten.

Kolumban wirkte etwa 20 Jahre in Luxeuil. Aus dieser Zeit stammen seine strenge Mönchsregel sowie das Bußwerk, mit dem die private und wiederholte Beichte auf dem Kontinent eingeführt wurde. Die Bischöfe der Umgebung nahmen Anstoß an den „orientalischen“ Sitten der Mönche, die sich von Ohr zu Ohr tonsurierten, nach Pharaonenart schminkten und einen abweichenden Osterfesttermin begingen. Kolumban appellierte an ihnen vorbei direkt an die Päpste und tadelte sie ansonsten wegen der Missachtung kanonischer Vorschriften. 610 verwies König Theuderich II. alle Iren aus Burgund, nachdem Kolumban dessen Ehebruch öffentlich getadelt hatte.

Der Nachbarkönig Theudebert II. sandte die Missionare rheinaufwärts nach Alemannien, wo sie sich nach einer erfolglosen Episode am Zürichsee in Bregenz am Bodensee niederließen. Widerstände und das Herannahen König Theuderichs veranlassten Kolumban zwei Jahre später – unter Zurücklassung Sankt Galls – zur Überquerung der Alpen, wo er in Bobbio, im Herrschaftsgebiet der Langobarden, um 613 sein letztes Kloster gründete.

Verehrung: Kolumban wurde in der Krypta der Abtei Bobbio beigesetzt und liegt seit 1482 in einem Steinsarkophag neben ihrem Altar. Weitere Reliquien befinden sich in der Sakristei der Abteikirche. Weil das keltische Christentum zurückgedrängt wurde und die Benediktsregel seine strengere Mönchsregel ablöste, geriet Kolumban etwas in Vergessenheit. Dabei hat er die iroschottische Festlandsmission angestoßen und damit die Weichen für die Christianisierung ganz Europas gestellt.

Darstellung: als Abt oder Pilger, segnend mit Stab, mit einem Bären

Patron: der Motorradfahrer

  

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