KOLUMBAN DER ÄLTERE

Klostergründer, Glaubensbote
Namensdeutung: Täubchen (lat.)
Namenstage: Kolumban, Columban, Colomban, Colombano, Colman, Koulman, weibl.: Kolumba, Columba, Coloma, Comba
Gedenktag: 9. Juni

Lebensdaten: geboren am 7. Dezember 521 in Gartan, County Donegal, Irland, gestorben am 9. Juni 597 auf Iona, Schottland

Lebensgeschichte: Kolumban soll ein Nachfahre des legendären irischen Hochkönigs Niall Noígíallach gewesen sein und könnte ursprünglich Crimthann (Fuchs) geheißen haben. Seinen Namen Colmcille (Kirchentaube) erhielt er der Legende nach, als sich eine Taube in einer Kirche auf ihn niedersetzte. Kolumban besuchte die Klosterschule von Abt Finnian von Movilla, der die einzige vollständige Abschrift des Neuen Testaments im ganzen Land sein eigen nannte, und trat als etwa 20jähriger Diakon in Finnians Kloster Clonard ein, dem Zentrum der keltischen, das heißt gelehrten Christenheit. Dort und im Kloster Glasnevin, wo er Schüler des bedeutenden Abts Mobhí Clárainech war, kam Kolumban auch mit walisischen und druidischen Traditionen in Berührung.

Nach Abt Mobhís Tod (544) an einer Seuche und der Versprengung seiner Schüler gründete Kolumban, inzwischen Mönchspriester geworden, rund 50 Kirchen sowie mehrere bedeutende Klöster, darunter Derry, Durrow, Kells und Swords (Dublin). Eine Wallfahrt nach Rom und Jerusalem endete bereits in Tours am Grab des heiligen Martin.

Um 560 geriet Kolumban mit seinem Lehrer Finnian in Streit, weil er unerlaubterweise ein Buch aus dessen Bibliothek abgeschrieben hatte und die Kopie trotz Urteils nicht wieder herausgab. Der sogenannte „Bücherkrieg“ eskalierte zu einer Stammesfehde zwischen Kolumbans Clan der Neill und Hochkönig Diarmait mit zahlreichen Toten und führte Kolumban zur Buße ins Exil bzw. zum Antritt seiner Pilgerfahrt nach Schottland.

Der Erzählung nach landete er 563 oder 565 mit zwölf Gefährten auf der winzigen Hebrideninsel Iona, weil das der erste Ort war, von dem aus er seine Heimat nicht mehr erblicken konnte. In Wahrheit hatte der irischstämmige Kleinkönig Conall mac Comgaill von Dalriada ihm die Insel übertragen, und Kolumban sollte zu verschiedenen Gelegenheiten wie der Synode von Drumceat und der Gründung der Abtei Drumcliff bei Sligo (575) wieder nach Irland reisen.

Kolumban gründete im Einflussbereich seiner Landsleute, den keltischen Skoten, zahlreiche Kirchen und machte aus der auf Iona erbauten Abtei das Missionszentrum für die ursprünglich ansässigen Pikten, wobei er mit den keltischen Traditionen auch das Erbe der ägyptischen Wüstenväter nach Schottland brachte. Als Gelehrter und mit natürlicher Autorität ausgestattet, erwarb er sich die Achtung eines der Piktenkönige namens Bridei und nahm eine immer bedeutendere politische Rolle in dem Land ein, bis hin zur Bestimmung der Thronfolge im Skotenreich Dalriada. Sein Verdienst ist es, dass die eigentlich überlegenen Pikten sich von den Skoten kulturell assimilieren ließen.

Kolumban starb am Sonntag, den 9. Juni 597, und wurde in seiner Abtei bestattet.

Verehrung: Kolumbans sterbliche Überreste wurden vor den Wikingerraubzügen des 8. und 9. Jahrhunderts in Sicherheit gebracht und 849 zwischen Irland und Schottland aufgeteilt. In Irland liegt er neben den heiligen Patrick und Brigid in der Kathedrale von Downpatrick begraben. In Schottland wurden seine Reliquien in Dunkeld bestattet – was aus dem Ort für Jahrhunderte das religiöse Zentrum Schottlands machte –, wenn sie nicht den Armeen in Schlachten vorangetragen wurden. Sein Grab wurde im Klostersturm der Reformationszeit zerstört.

Patron: von Irland und Schottland, der Stadt Derry, der Fluten, der Buchbinder und Dichter

   

Weitere Heilige des Tages:
Anna Maria Taigi, Mystikerin
Ephräm der Syrer, Diakon, Kirchenlehrer
José de Anchieta, Ordenspriester, Missionar
Liborius von Le Mans, Bischof