LAMBERT

Bischof, Glaubensbote, Märtyrer
Namensdeutung: glänzender Landbesitz (althochdt.)
Namenstage: Lambert, Lambrecht, Lamberto, Lammert, Lampert, Lamport, Lamprecht, Lantpert, Lambiet, weibl.: Lamberta
Gedenktag: 18. September

Lebensdaten: geboren um 635 in Maastricht, gestorben an einem 17. September vor 705 in Lüttich

Lebensgeschichte: Lambert stammte aus begüterter adliger Familie und wurde unter der Obhut seines Onkels Bischof Theodard von Maastricht erzogen. Er verkehrte als hoher Geistlicher am Hof der Merowingerkönige und wurde nach der Ermordung Theodards mit noch nicht 30 Jahren selber Bischof von Maastricht und dann zu einem der Ratgeber des jungen Frankenkönigs Childerich II. Nach dessen Ermordung 675 ließ der fränkische Hausmeier Ebroin Lambert als Gefolgsmann Childerichs verbannen und durch einen Gegenbischof namens Pharamond ersetzen. Nach sieben Jahren Exil im Kloster Stablo bei Lüttich kehrte Lambert zurück und missionierte erfolgreich in Nordbrabant entlang der Maas. Anders als die meisten Glaubensboten seiner Zeit beschränkte er sich nicht auf Städte und Eliten, sondern suchte für seine Verkündigung ländliche Gegenden auf. Lambert unterstützte die Errichtung neuer Klöster wie Münsterbilsen und diente damit dem Herrschaftsanspruch Pippins des Mittleren gegenüber den Friesen sowie der Missionstätigkeit Willibrords. Tief in die Parteikämpfe seiner Zeit verwickelt, wurde Lambert von Pippins Hausmeier Dodo aus Blutrache ermordet, nachdem Gefolgsleute des Bischofs zwei plündernde Verwandte Dodos erschlagen hatten.

Verehrung und Brauchtum: Weil sich Lambert nicht verteidigt hatte und spätere Viten behaupteten, Dodo hätte den Bischof im Auftrag seiner Schwester Chalpaida ermordet, weil Lambert ihre ehebrecherische Beziehung zu Pippin getadelt hatte, galt er bald als Märtyrer. Sein Nachfolger Hubertus machte durch die Umbettung Lamberts von seiner ersten Grablege in Maastricht nach Lüttich das Dorf zum neuen Bischofssitz, der durch die Verehrung der Reliquien enorm an Bedeutung gewann. Über dem Märtyrergrab erhebt sich heute die Lambertuskathedrale. Die Reliquien wurden jedoch 1794 infolge der Französischen Revolution vernichtet. Im Freiburger Münster wird seit Ende des 12. Jahrhunderts das Lambertushaupt verehrt. Im Münsterland ist wegen des Patroziniums der Stadt- und Marktkirche St. Lamberti ein Brauchtum mit Volksfest, Lichterfeier und Tanz entstanden, das den Übergang zum Herbst markiert.

Darstellung: als Bischof mit Schwert, oder von Lanze durchbohrt, mit Kirchenmodell oder glühenden Kohlen

Patron: des Bistums Lüttich, der Stadt Freiburg, der Chirurgen und Zahnärzte, bei Nierenleiden

  

Weitere Heilige des Tages:
Josef von Copertino, Mönch, Mystiker
Therese Neumann, Dulderin