LAURENTIUS

Erzdiakon, Märtyrer
Namensdeutung: aus Laurentum stammend (lat.), mit Lorbeer bekränzt (volkstüml.)
Namenstage: Laurentius, Laurenz, Laurent, Lars, Lasse, Lawrence, Lorenz, Loris, Lorin, Enzo, weibl.: Laurentia, Laura, Laurence, Laurie, Renzi
Gedenktag: 10. August

Lebensdaten: geboren um 230 in Laurentum bei Rom, gestorben am 10. August 258 in Rom

Lebensgeschichte und Legende: Laut Ambrosius von Mailand war Laurentius Diakon von Papst Sixtus II. und als Verwalter des Kirchenschatzes für die Caritas zuständig. Als Sixtus auf Befehl des Kaisers Valerian festgenommen und zur Enthauptung geführt wurde, wollte sein Diakon mit ihm sterben, doch Laurentius wurde nur ausgepeitscht und aufgefordert, den Kirchenschatz innerhalb von drei Tagen herauszugeben.

Daraufhin verteilte Laurentius alles an die Christen der Stadt Rom und führte nach drei Tagen die Armen und Kranken, Witwen und Waisen zum Kaiser: Das sei der wahre Schatz der Kirche. Der Kaiser ließ deswegen Laurentius zu Tode quälen: Er wurde auf einen brennenden Rost gelegt. Der Überlieferung nach bat Laurentius seine Schergen, sie möchten ihn doch wenden, auf der einen Seite sei er schon gar.

Verehrung/Brauchtum: Schon Kaiser Konstantin ließ in Rom über seinen und den Gebeinen des Erzmärtyrers Stephanus eine Basilika errichten. Der Nachfolgebau, S. Lorenzo fuori le mura, gehört zu den sieben Hauptkirchen Roms. Nach dem Sieg Kaiser Ottos I. über die Ungarn am Laurentiustag des Jahres 955 avancierte Laurentius zu einem der beliebtesten Heiligen des Reichs, dem zahlreiche Kirchen gewidmet oder umgewidmet wurden. König Philipp II. von Spanien gab seinem Escorial-Palast den Grundriss eines Rosts.

Als „Laurentiustränen“ bezeichnet man die vielen Sternschnuppen, die Mitte August am Nachthimmel beobachtet werden können. Ab dem Laurentiustag werden die Herbstfeldfrüchte angebaut. Früher wurde Laurentiusbrot gesegnet und an die Armen verteilt. Der Laurentiussegen galt als Brandsegen bei Feuer, aber auch bei seelischen Qualen.

Darstellung: als junger Diakon mit Rost, mit Geldbeutel oder Brot

Patron: von Wuppertal, Nürnberg, Merseburg und Kulm, der Bibliothekare, Archivare, Köche und vieler Berufe, die mit Feuer zu tun haben, gegen Feuersgefahren, der Schüler und Studenten, Helfer bei Augenleiden, Hexenschuss, Ischias, Fieber, Hauterkrankungen und gegen die Pest, gegen die Qualen des Fegefeuers und der Armen Seelen, für das Gedeihen des Weins

 

Weitere Heilige des Tages:
Astrid von Bergamo, Märtyrin