LIOBA

Äbtissin
Namensdeutung: Liebe (got./slaw.)
Namenstage: Lioba, Ljuba, Ljubow, Luba
Gedenktag: 28. September

Lebensdaten: geboren um 705 in Wessex, gestorben 782 oder 789 in Schornsheim bei Mainz

Lebensgeschichte: Leobgytha („Liebling“) war das spätgeborene Einzelkind angelsächsischer Adliger und über ihre Mutter mit Winfried-Bonifatius verwandt. Sie wurde auf den Namen Truthgeba („Gottesgabe“) getauft und mit etwa sieben Jahren in die Obhut der Äbtissin des Doppelklosters Wimborne gegeben. Dort und bei der Äbtissin des Klosters Minster erhielt sie eine umfassende literarische und theologische Bildung, die sie anschließend als Klosterlehrerin selber weitergab.

Um 735 gehörte sie zu den Ordensfrauen wie Walburga, die auf Bitten Bonifatius’ nach Deutschland zogen. Lioba leitete das neugegründete Kloster im heutigen Tauberbischofsheim und durchdrang durch die Erziehung der jungen Frauen der Oberschicht das untere Maintal mit christlichem Geist. Mit Hilfe des fränkischen Adels entwickelte sich das Kloster zum kulturellen Zentrum der Region, die Äbtissin wurde zur gefragten Ratgeberin von Fürsten und Bischöfen in weltlichen und kirchlichen Angelegenheiten. Für Liobas enorme Wertschätzung spricht die Schenkung ihres Alterssitzes Schornsheim durch Karl den Großen und die Bestimmung Bonifatius’, sie nach ihrem Tod in seinem eigenen Grab zu bestatten.

Verehrung und Brauchtum: Nach ihrem Tod auf ihrem Hofgut Schornsheim wurde Lioba tatsächlich nach Fulda überführt, jedoch nur bei Bonifatius’ Grab bestattet. Rabanus Maurus übertrug am 28. September 836 ihre Reliquien in die Kirche auf dem Fuldaer Petersberg nebenan, um auch Frauen, die keinen Zutritt zur klausurierten Stiftskirche hatten, ihre Verehrung zu ermöglichen. 1525 wanderten ihre Reliquien wegen der Verwüstungen im Bauernkrieg wieder zurück in den heutigen Dom. Ihr leerer Steinsarkophag in der Peterskirche hieß wegen des Brauchs, kranke Kinder hineinzulegen, später im Volksmund „Schreistein“.

Seit 1995 befindet sich ihre Hauptreliquie wieder auf dem Petersberg, ihre Grabeskirche betreuen die Benediktinerinnen von der hl. Lioba. Tauberbischofsheim erhob sie wegen der Verschonung während des Zweiten Weltkriegs auf ihre Fürsprache zur Stadtpatronin und feiert sie mit dem Liobatag am letzten Samstag im September.

Darstellung: als Äbtissin mit Glocke in der Hand

Patronin: von Tauberbischofsheim

 

Weitere Heilige des Tages:
Exuperius von Toulouse, Bischof
Lorenzo Ruíz und Gefährten, Märtyrer
Simon de Rojas, Ordenspriester, Ordensgründer
Wenzel, Märtyrer