LORENZO RUÍZ

Märtyrer
Namensdeutung: aus Laurentum stammend (lat.), mit Lorbeer bekränzt (volkstüml.)
Namenstage: Lorenzo, Lorenz, Loris, Lorin, Enzo, Laurentius, Laurenz, Laurent, Lars, Lasse, Lawrence, weibl.: Laurentia, Laura, Laurence, Laurie, Renzi
Gedenktag: 28. September

Lebensdaten: geboren am 28. November 1594 in Binondo, Manila, gestorben am 29. September 1637 bei Nagasaki

Lebensgeschichte: Lorenzo Ruíz kam als Kind eines Chinesen und einer Filipina in Binondo zur Welt, der Chinatown von Manila. Er ging bei den Dominikanern zur Schule, die seit 1596 die zahlreichen katholisch gewordenen Chinesen in Binondo seelsorgerlich betreuten, wurde ihr Messdiener und später Sakristan, schloss sich einer Rosenkranzbruderschaft an und verdiente seinen Lebensunterhalt mit seiner Schönschrift. Mit seiner Frau Rosario hatte er drei Kinder.

1636 wurde er in Zusammenhang mit der Ermordung eines Angehörigen der spanisch-kolonialen Oberschicht gesucht und entzog sich seiner Festnahme durch die Flucht auf ein Schiff, das drei Dominikanerpatres, einen japanischen Priester sowie einen Leprakranken außer Landes bringen sollte. Erst auf See erfuhr er, dass sie nach Japan segelten.

Als sie Okinawa erreichten, wurden sie im Zuge der Christenverfolgung durch das Tokugawa-Shogunat verhaftet, ins Gefängnis geworfen und später nach Nagasaki überstellt, wo sie unter der Folter dem Glauben abschwören oder hingerichtet werden sollten. Am 27. September 1637 wurden sie auf dem Berg Nishizaka kopfüber an den Füßen über einer Grube aufgehängt. Trotz seiner unsäglichen Schmerzen hielt Lorenzo an seinem Bekenntnis fest und verstarb zwei Tage später vermutlich an einem Gehirnschlag infolge übermäßigen Blutandrangs. Die Asche seines verbrannten Leichnams wurde ins Meer geworfen.

Verehrung: Die Nachwelt erfuhr von Lorenzo Ruíz’ Martyrium erst Ende der 1970er Jahre, als ein Historiker des Dominikanerordens den Augenzeugenbericht zweier abgefallener Jesuiten im Archiv des Generalats des Jesuitenordens entdeckte. Er wurde 1981 von Papst Johannes Paul II. in Manila selig- und 1987 in Rom als erster Filipino und als einer der 16 Märtyrer, die zwischen 1600 und 1637 in Nagasaki ums Leben kamen, heiliggesprochen.

Darstellung: als Filipino im traditionellen leichten Hemd (Barong Tagalog) und schwarzer Hose, mit Rosenkranz

Patron: des Erzbistums Manila, der Philippinen und der Filipinos, besonders der Auswanderer, der philippinischen Ministranten

 

Weitere Heilige des Tages:
Exuperius von Toulouse, Bischof
Lioba, Äbtissin
Simon de Rojas, Ordenspriester, Ordensgründer
Wenzel, Märtyrer