LOUISE DE MARILLAC

Ordensgründerin
Namensdeutung: glorreicher Kampf (althochdt.)
Namenstage: Louise, Luise, Luisa, Lovisa, Heloïse, Ludovika, Lulu, Lou, Lisi, Aloysia, männl.: Louis, Luis, Ludwig, Luigi, Aloysius, Alois, Lois
Gedenktag: 15. März

Lebensdaten: geboren am 12. August 1591 in Ferrières-en Brie (Île-de-France), gestorben am 15. März 1660 in Paris

Lebensgeschichte: Louise war die uneheliche Tochter eines verwitweten Edelmanns, der sie mit vier Jahren in die Obhut eines adligen Töchterinstituts der Dominikanerinnen gab. Sie genoss dort eine humanistische Erziehung und kam mit der Spiritualität Katharinas von Siena in Berührung. Nach dem Tod des Vaters 1604 brachte sie ihr Vormund in einem Pariser Wohnheim adliger Fräulein unter. Unter dem Eindruck der katholischen Erneuerung, die mit der Gegenreformation einherging, legte sie für sich das Gelübde ab, Gott und den Nächsten zu dienen, begeisterte sich für die Werke Franz’ von Sales und wollte in den Kapuzinerorden eintreten.

Mit 21 Jahren wurde sie verheiratet und bekam einen Sohn. Als ihr Mann zehn Jahre darauf schwer erkrankte, glaubte sie an eine Strafe Gottes, weil sie ihr Gelübde nicht eingehalten hatte, und verfiel in eine geistliche Trostlosigkeit. Ein „Licht“, das sie Pfingsten 1623 in einer Kirche empfing, gab ihr die Gewissheit, am Krankenbett am rechten Platz zu sein, sowie die einer kommenden geistlichen Begleitung und klösterlichen Lebensweise. 1624 lernte sie Vinzenz von Paul kennen, der ihre Sorgen vom eigenen Schicksal weglenkte und auf die Armen richtete. Nach dem Tod ihres Mannes 1625 gab sie ihren Sohn in ein Internat und ließ sich vollkommen in die karitative Arbeit der „Damen der Barmherzigkeit“ einbinden.

1633 nahm Louise de Marillac, die ihre Seele in einer mystischen Vision mit Christus vermählt hatte, vier Landmädchen bei sich auf, um sie zu Helferinnen auszubilden. Aus dieser Hausgenossenschaft entstand die Gemeinschaft der „Töchter der christlichen Liebe“ oder „Barmherzigen Schwestern“ zum Dienst an Christus in den Armen, Verlassenen und Kranken. Mehr und mehr junge Frauen schlossen sich der nicht klausurierten, zupackenden Gemeinschaft an, die neben der Versorgung der Kranken und der zahlreichen Kriegsinvaliden einen Schwerpunkt in der Mädchenerziehung fand. Bis zu Louises Tod 1660 waren unter ihrer Leitung 30 Niederlassungen in ganz Frankreich und ein Haus in Warschau entstanden.

Verehrung: Louise de Marillac wurde in der Pariser Kirche Saint-Laurent bestattet und ruht heute im Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in der Rue du Bac. Sie wurde 1920 selig- und 1934 heiliggesprochen. Papst Johannes XXIII. erklärte sie 1960 zur Patronin aller in der Sozialarbeit Tätigen. Die Barmherzigen Schwestern begehen ihren Gedenktag am 9. Mai, dem Datum ihrer Seligsprechung.

Patronin: der Sozialarbeiter

 

Weitere Heilige des Tages:
Klemens Maria Hofbauer, Ordenspriester
Pius Keller, Provinzial
Zacharias, Papst