LUCIUS VON CHUR

Glaubensbote, Bischof, Bekenner
Namensdeutung: der Leuchtende (lat.)
Namenstage: Lucius, Luzius, Lucio, Luciano, Lucian, Lucien, Lutz, weibl.: Lucia, Luzi, Lucienne
Gedenktag: 2. Dezember

Lebensdaten: gestorben Anfang des 6. Jahrhunderts in Chur

Lebensgeschichte und Legende: Lucius war an der Schwelle zum 6. Jahrhundert Bischof von Chur und verbreitete den Glauben in der ehemaligen römischen Provinz Rätien. Seine Vita aus karolingischer Zeit erzählt, dass er von den Anhängern des örtlichen Rinderkults beim heutigen St. Luzisteig in einen Brunnenschacht geworfen wurde. Christliche Einwohner Churs (das seit 451 bereits einen Bischof hatte) zogen ihn aber wieder heraus, brachten ihn in die Stadt und machten ihn später zu ihrem Bischof. Auf den Rinderkult weist vielleicht auch die legendarische Überlieferung, der nach er einen Bären als Zugtier anspannte, nachdem dieser einen seiner Ochsen gerissen hatte.

Vermutlich wegen einer Namensverwechslung („Pritanni“ für sein heimatliches Prättigau) geht eine andere Überlieferung davon aus, dass er ein König aus Britannien war, der nach seiner Bekehrung im 2. Jahrhundert als Glaubensbote ins Rheintal bei Chur kam, wo er den Märtyrertod erlitt.

Verehrung: Bis zum 8. Jahrhundert wurden Lucius’ Gebeine in der Ringkrypta der St. Stephanskirche verehrt, von der lediglich archäologische Reste existieren. Der in der Schweiz hochverehrte Heilige ruht jetzt in der St. Luziuskirche in Chur. Die Reliquien von Emerita, die ab dem 12. Jahrhundert als seine Schwester bezeichnet wird, gehören zum Domschatz der Churer Kathedrale nebenan.

Darstellung: mit königlichen Insignien, mit Ochse und Bär

Patron: des Bistums und der Stadt Chur, von Liechtenstein

   

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