LUKAS

Evangelist
Namensdeutung: der Lukaner (lat.), der Helle (griech.)
Namenstage: Lukas, Luca, Luc, Luke, Lukian
Gedenktag: 18. Oktober

Lebensdaten: geboren in Antiochien, gestorben um 80 in Theben (Böotien)

Lebensgeschichte und Bedeutung: Lukas war ein nichtjüdischer Arzt aus Antiochien, der den Apostel Paulus nach Jerusalem und Rom begleitete. Er verfasste sein Evangelium sowie die Apostelgeschichte für einen römischen Würdenträger namens Theophilus, was einerseits seine Zuverlässigkeit und Akribie, andererseits die Vorsicht erklärt, mit der er die Taten der Apostel im Römischen Reich schilderte. Dieses sogenannte Lukanische Doppelwerk entstand in Achaia oder Böotien, wo Lukas der Überlieferung nach gestorben ist.
Aus dem Lukasevangelium stammen die drei Lobgesänge des Stundengebets – das Magnificat, das Benedictus und das Nunc dimittis –, das Ave Maria und das Gloria sowie die sprichwörtlich gewordenen Gleichnisse vom verlorenen Sohn und vom barmherzigen Samariter. Besonders deutlich wird bei Lukas die Hinwendung Jesu zu Frauen, Zöllnern und Sündern.
Vermutlich wegen der detailreichen Schilderungen seines Evangeliums kam die Legende auf, der nach er zum Maler der Jungfrau Maria wurde. Diese Tradition, die im Zusammenhang mit berühmten Madonnenbildern wie der Maria Advocata in Rom oder der Schwarzen Gottesmutter von Tschenstochau steht, machte den Evangelisten zum Schutzpatron der Maler, die sich ab dem Mittelalter in Lukasgilden organisierten.

Verehrung/Brauchtum: Seit dem 2. Jahrhundert wird Lukas mit dem Symbol des Flügelstiers aus der Ezechielvision (Ez 1,4–10) und der Offenbarung des Johannes (Offb 4,6–8) in Verbindung gebracht: Wie die anderen drei himmlischen Wesen Mensch, Löwe und Adler (für Matthäus, Markus und Johannes) war er Augenzeuge der Gegenwart Gottes. Kaiser Konstantius II. ließ die Gebeine des Evangelisten von Theben nach Konstantinopel in die Apostelkirche überführen. Auch im Prager Veitsdom, in der Basilika S. Giustina in Padua und im Panteleimon-Kloster auf dem Athos werden Reliquien des heiligen Lukas verehrt.
Sogenannte „Lukaszettel“ mit Evangeliensprüchen wurden früher ins Viehfutter gemischt oder Schwerkranken und Frauen bei schweren Geburten zugesteckt.

Darstellung: schreibend mit (Flügel-)Stier, oder die Madonna malend

Patron: von Bologna, Padua, Reutlingen, der Ärzte, Bildhauer, Buchbinder, Glasmaler, Goldschmiede, Maler, Metzger, Sticker, der christlichen Kunst, des Viehs und des Wetters

 

Weitere Heilige des Tages:
Justus, Märtyrer
Petrus von Alcantara, Mystiker