MARCEL CALLO

Märtyrer
Namensdeutung: dem Mars geweiht (lat.)
Namenstage: Marcel, Markus, Marco, Marcello, Marc, Marek, Marlin, Marx, weibl.: Marcelle, Marcia, Marcella
Gedenktag: 19. April

Lebensdaten: geboren am 6. Dezember 1921 in Rennes, gestorben am 19. März 1945 in Mauthausen

Lebensgeschichte: Marcel war das zweitälteste von neun Kindern einer einfachen und frommen Familie und schloss sich mit zwölf Jahren einer eucharistischen Jugendbewegung sowie den katholischen Pfadfindern an. 1934 begann er eine Lehre als Schriftsetzer. Weil in einem nicht mehr christlichen Milieu die älteren Arbeiter die jüngeren aufzogen und zu „männlichen“ Bräuchen zu verführen suchten, wandte sich Marcel auf Anraten seiner Mutter an die Jungfrau Maria, Zuflucht der Jugendlichen, was ihm den Beinamen „Jesus“ einbrachte. Ab 1936 engagierte er sich in der katholischen Christlichen Arbeiterjugend und nahm als Delegierter am Nationalen Kongress in Paris mit 85.000 Jugendlichen teil. 1942 verlobte er sich. Kurz nach der Bombardierung von Rennes im März 1943, der seine Schwester zum Opfer fiel, wurde Marcel zur Zwangsarbeit nach Deutschland verpflichtet und folgte der Aufforderung, um seiner Familie Repressalien zu ersparen und als Missionar seinen Landsleuten beizustehen. So baute er im thüringischen Zella-Melhis, wo er in einer Rüstungsfabrik beschäftigt war, mit einigen Gleichgesinnten heimlich die Katholische Aktion auf. Am 19. April 1944 wurde er als „viel zu katholisch“ verhaftet und ins Gefängnis nach Gotha verbracht, wo er eine Gebetsgemeinschaft gründete. Über das Konzentrationslager Flossenbürg kam er im Oktober 1944 ins KZ Mauthausen und musste im berüchtigten Außenlager Gusen II bis zu seinem Tod eineinhalb Monate vor Kriegsende schuften. Callo hatte 40 Kilo abgenommen und starb an Erschöpfung. Ein Mitgefangener las in seinen sterbenden Augen „die tiefe Überzeugung, dass er auf das Glück zuging“.

Verehrung: Bereits 1946 erschien ein Buch über Marcel Callo von dem mit der Familie befreundeten Pfarrer Jean Baptiste Jégo und bald darauf auch eine deutsche Übersetzung aus der Hand von Pater Bernhard Gerardi OMI, der zum Motor der Seligsprechung wurde. Sie erfolgte 1987 durch Papst Johannes Paul II. – im Beisein von Callos früherer Verlobter. In Frankreich sind ein Dutzend Kirchen seinem Patronat geweiht, auch in der Diözese Linz trägt eine seinen Namen. In Andechs hat die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung eine Reliquie des Seligen deponiert, mit der bei einer jährlichen Wallfahrt der Segen erteilt wird.

Patron: der Betriebsseelsorge, Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) und Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)

 

Weitere Heilige des Tages:

Expeditus, Märtyrer
Leo IX., Papst
Timon, Diakon, Märtyrer