MARIA

Jungfrau und Gottesmutter
Namensdeutung: Meeresstern/Geliebte/Widerspenstige (?)
Namenstage: Maria, Marie, Marion, Maja, Miriam, Maryam, Maarit, Máire, Mara, Mareen, Maureen, Maike, Mareike, Mareile, Mia, Ria
Gedenktag: 12. September

Lebensdaten: geboren um 20 v.Chr. in Nazareth, gestorben um 50 in Jerusalem

Lebensgeschichte, Überlieferung und Bedeutung: Nach dem außerbiblischen „Protevangelium des Jakobus“ (entstanden um 150) war Maria das Kind von Joachim und Anna, wuchs im Jerusalemer Tempel auf und wurde dem verwitweten Familienvater Josef zur Vermählung übergeben. Laut dem Lukasevangelium war sie mit Elisabeth, der Mutter Johannesʼ des Täufers, verwandt und damit hohepriesterlichen Geschlechts.

Als Maria durch ihre Verlobung bereits rechtlich mit Josef verbunden war, suchte der Engel Gabriel die Begnadete schlechthin in Nazareth auf und kündigte ihr die Empfängnis des Gottessohns durch Heiligen Geist an. Marias Skepsis: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ unterstreicht ihre bleibende Jungfräulichkeit. Ihre glaubende Einwilligung: „Mir geschehe nach deinem Wort“ begründet das nie verstummende Lob der einmaligen „Magd des Herrn“ (Lk 1,38.48).

Was das Kind Jesus von ihr gelernt hat, ist nicht zu ermessen. Ihr dagegen sollte wegen ihres Sohnes „ein Schwert durch die Seele gehen“ (Lk 2,35) – beginnend beim Wiederauffinden des zwölfjährigen Jesus im Tempel und ihrem Vorwurf: „Kind, wie konntest du uns das antun?“ (Lk 2,48) über die erfahrene Zurückweisung und Hintansetzung (Lk 8,19–21; 11,27–28) bis hin zum Kreuzestod. Maria, die die Ereignisse im Leben ihres Sohnes „im Herzen bewahrt“ (Lk 2,19.51), ist die Hörende und Gläubige schlechthin, die andere zu Jesus führt: „Was immer er euch sagt, das tut!“ (Joh 2,5).

In der Apostelgeschichte nimmt sie nach der Auferstehung eng am Leben der Apostel teil und gehört zum Kern der Urgemeinde. Maria begegnet namentlich nur dort und in den synoptischen Evangelien, während Jesus seine Mutter im Johannesevangelium an zwei bedeutsamen Stellen – der Hochzeit zu Kana und der Kreuzigung – als „Frau“ anspricht. Wegen der Übergabe an den Lieblingsjünger Johannes: „Siehe, deine Mutter“ (Joh 19,25) wird ein Zusammenleben beider in Ephesus bis kurz vor ihrem Tod angenommen. Mit dieser Szene wird Maria zur Mutter aller Jünger und Jüngerinnen bzw. zur Mutter der Kirche.

Auch Paulus schreibt bei Marias ältester Erwähnung, Gottes Sohn sei „von der Frau“ geboren (Gal 4,4). Maria kristallisiert sich damit parallel zu Jesus als dem neuen Adam als neue Eva heraus. Dazu gesellt sich ihre Darstellung als Tabernakel (Bundeslade im Tempel, d.h. Gottesgegenwart) und apokalyptische Sonnenfrau in der Offenbarung des Johannes (Offb 11,19 – 12,6). Die herausragende Bedeutung Marias, die sich in zahlreichen Titeln niederschlägt, ist somit bereits im Neuen Testament grundgelegt.

Die Marienverehrung nahm nach der Definition der „Gottesgebärerin“ auf dem Konzil von Ephesus (431) einen ungeheuren Aufschwung mit zahllosen Kirchenweihen. Traditionell wird Mariens Grab am Fuß des Jerusalemer Ölbergs verehrt – wiewohl es natürlich leer ist. Die mit dieser Kirche verbundene Auffassung, dass Maria nach ihrer Entschlafung von ihrem Sohn in den Himmel aufgenommen wurde, reicht ebenfalls bis ins 5. Jahrhundert zurück, wurde jedoch erst 1950 feierlich als Dogma verkündigt.

Darstellung: bei der Verkündigung oder Kreuzigung oder anderen Szenen ihres Lebens, gekrönt mit ihrem Kind (Madonna) oder nach der Kreuzabnahme (Pietà), als Unbefleckte Empfängnis (Immaculata) mit Strahlenkranz, Mond und Schlange

Patronin: der Kirche und der Christenheit, von Bayern, Frankreich, Polen und zahlreicher anderer Länder, von Lausanne und vieler anderer Städte, der Gastwirte, Töpfer und anderer Berufe, gegen Gewitter und Blitz und in allen Nöten

  

Weitere Heilige des Tages:
Guido, Pilger
Maximinus von Trier, Bischof