MARIA MAGDALENA VON PAZZI

Ordensfrau, Mystikerin
Namensdeutung: Meeresstern/Geliebte/Widerspenstige (?) aus Magdala
Namenstage: Magdalena, Madeleine, Maddalena, Magdalene, Magda, Maggie, Maude, Marlene, Lena, Lenka
Gedenktag: 25. Mai

Lebensdaten: geboren am 2. April 1566 in Florenz, gestorben am 25. Mai 1607 ebendort

Lebensgeschichte: Caterina de’ Pazzi stammte aus uraltem Florentiner Adel; ihre Familie rivalisierte mit den Medici, den emporgekommenen Herrschern der Stadt und der ganzen Toskana. Caterina, die zu Hause nach ihrer Großmutter väterlicherseits Lucrezia gerufen wurde, war auffallend religiös und wurde von den Damen des Malteserritterordens erzogen sowie von Jesuitenpatres im elterlichen Palast im Gebet unterwiesen. Beim außerordentlich frühen Empfang der ersten heiligen Kommunion mit erst zehn Jahren gelobte sie heimlich das Ordensleben. Zwei Jahre darauf machte sie in Ekstase die erste Erfahrung ihres mystischen Gesprächs mit dem dreifaltigen Gott. Weitere Anstöße, insbesondere die Liebe zur Armut im Geiste des heiligen Franziskus und der heiligen Klara, erfuhr sie von den Franziskanern von Cortona, wo ihr Vater eine Zeitlang als Gouverneur amtierte.

Als ihre Eltern sie verheiraten wollten und ihre geistlichen „Eskapaden“ zu beenden suchten, widerstand sie so energisch, dass ihre Eltern nur noch nachgeben konnten. Mit 16 Jahren trat sie in den Karmel Santa Maria degli Angeli ein und erhielt den Ordensnamen Maria Magdalena. Die Wahl dieses ältesten Frauenklosters des Ordens mit fast 80 Schwestern hatte mit dem hohen geistlichen Profil insbesondere der Mutter Oberin und wohl besonders damit zu tun, dass es das seltene Privileg der täglichen Kommunion erhalten hatte. Zuerst wurde Maria Magdalena aber so schwer krank, dass sie ihre feierliche Ordensprofess mit den ewigen Gelübden im Angesicht des Todes vorzeitig ablegen durfte – am Dreifaltigkeitssonntag.

Sie überlebte, verfiel aber 40 Tage in einen Zustand bewusstloser Entrückung. Das folgende Jahr ist gut dokumentiert: Mitschwestern wechselten sich ab und protokollierten minutiös, was sie tat und sagte, und hielten vor allem fest, was sie von ihrem mystischen Umgang mit Gott wiedergab. Auf den Gipfel ihrer mystischen Erkenntnis – das tiefe Verstehen der Erlösung von der Menschwerdung Gottes bis zur Ausgießung des Heiligen Geistes in acht außerordentlichen Ekstasen von Pfingsten bis zum Dreifaltigkeitssonntag des Jahres 1585 – folgte der jähe Absturz in eine fünf Jahre währende Periode geistlicher Dürre, Verlassenheit und großer Versuchungen.

In dieser Zeit der Prüfung nahm sie leidenschaftlich Anteil an der Erneuerung der Kirche nach dem Reformkonzil von Trient und diktierte zwölf leidenschaftliche Briefe an den Papst, die Kurie und an ihren Erzbischof sowie weitere kirchliche Persönlichkeiten, die allerdings nicht verschickt wurden. An Pfingsten 1590 gewann sie das Gefühl der Gnade wieder und widmete sich darauf vermehrt den Ämtern, die sie im Konvent wahrnahm, und den Novizinnen. Sie wurde zum verehrten Mittelpunkt des Klosters und zur Mutter der ganzen Gemeinschaft. Vom häufigen Fasten und Kasteiungen aufgezehrt – sie aß jahrelang nur Brot und sonntags, was in der Fastenzeit erlaubt war – erkrankte sie an Tuberkulose und starb nach drei letzten, aufgewühlten Jahren mit 41 Jahren.

Verehrung: Maria Maddalena, die bei den Florentinern als wundertätig galt, wurde im Chor der Klosterkirche bestattet und liegt heute, nach dem Umzug des Konvents, sichtbar und praktisch unverwest in einem Glasschrein des nach ihr benannten Karmelitenklosters am Nordrand der Stadt. Ihre ehemalige Zelle ist heute eine Kapelle im erzbischöflichen Seminar. Sie wurde 1626 selig- und 1669 heiliggesprochen. Außerhalb von Italien war ihr geistlicher Einfluss bis zur Französischen Revolution in Frankreich sehr groß. 1852 gründete Bischof Johannes Nepomuk Neumann von Philadelphia unter ihrem Namen die erste italienische Pfarrei der USA.

Darstellung: in Ekstase, mit anderen Heiligen ihres Ordens beim Empfang des Schleiers der Jungfrau Maria, mit Dornenkrone

Patronin: von Florenz, Mitpatronin von Neapel

 

Weitere Heilige des Tages:
Beda der Ehrwürdige, Ordenspriester, Kirchenlehrer
Gregor VII., Papst