MARTHA UND MARIA VON BETHANIEN

Jüngerinnen
Namensdeutung: die Gebieterin (hebr.), die Widerspenstige (aramäisch) – Meeresstern/Geliebte/Widerspenstige (?)
Namenstage: Martha, Marthe, Märtha, Marfa – Maria, Marie, Marion, Maja, Miriam, Maryam, Maarit, Máire, Mara, Mareen, Maureen, Maike, Mareike, Mareile, Mia, Ria
Gedenktag: 29. Juli

Lebensdaten: geboren in Bethanien bei Jerusalem, gestorben 78

Lebensgeschichte, Legende und Verehrung: Nach dem Lukasevangelium kehrt Jesus in ein Haus ein, wo ihm eine Frau namens Martha geschäftig dient, während ihre scheinbar untätige Schwester Maria von ihm lernt. Von Martha zur Rede gestellt, ob ihn das nicht kümmere, antwortet Jesus ihr, sie sorge sich, sie sei abgelenkt; Maria habe das Bessere gewählt (Lk 10,38–42). Die Auslegung dieser Bibelstelle bestimmt bis heute das Gleichgewicht zwischen dem aktiven und kontemplativen Aspekt in der Nachfolge Christi.

Im Johannesevangelium kommt Jesus nach Bethanien, um seinen Freund Lazarus wieder zum Leben zu erwecken, und führt mit Martha ein Gespräch, an dessen Ende sie bekennt: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll“ (Joh 11,27). Die innerlichere Maria fällt ihm weinend zu Füßen und beklagt: „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben“ (Joh 11,32).

Sechs Tage vor Jesu letztem Paschafest salbte Maria ihm die Füße mit kostbarem Nardenöl und trocknete sie mit ihrem Haar. Deswegen wurde sie mit der salbenden Sünderin (Lk 7,36–50) und in der Folge mit Maria Magdalena gleichgesetzt.

Der Legende nach gelangte Martha mit Lazarus und Maria (Magdalena) im Jahr 48 nach Südfrankreich, wo sie ein Kloster errichtete, in dem sie bis zu ihrem Tod 30 Jahre später lebte. Die örtliche Überlieferung verbindet mit dieser Legende den Beginn des Christentums in der Provence.

Eine andere provençalische Legende erzählt, dass Martha einen Drachen namens Tarasque mit einem Kreuz und Weihwasser oder Weihrauch unschädlich machte und an ihrem Gürtel wie an einer Leine mit sich führte. Die Stadt Tarascon feiert in dieser Legende ihren Ursprung und verehrt in der Kirche Sainte-Marthe bis heute ihre Reliquien.

In Amerika geben Marthafiguren hinter der Theke häufig einen dezenten Hinweis auf ordentliches Trinkgeld.

Darstellung: bei der Einkehr Jesu in Bethanien; Martha: mit Kochlöffel, Schlüsselbund, Salbgefäß, Weihwasserkessel und Drachen

Patronat Marthas: der Hausfrauen, Kellnerinnen, Köchinnen, Arbeiterinnen, Wäscherinnen, Hausangestellten, Hotelbesitzer, Bildhauer und Maler, Helferin der Sterbenden

 

Weitere Heilige des Tages:
Flora, Lucilla und Gefährten, Märtyrer
Lazarus von Bethanien, Jünger
Urban II., Papst