MONNICA

Mutter
Namensdeutung: von der Lokalgottheit Monna, übertragen „die Mahnerin“, „die Einsame“ (lat.-griech.)
Namenstage: Monnica, Monika, Monique, Mona, Moni
Gedenktag: 27. August

Lebensdaten: geboren 331/332 in Thagaste, Numidien (heute Souk Ahras, Algerien), gestorben im Herbst 387 in Ostia bei Rom

Lebensgeschichte: Monnica stammte aus einer bereits christlichen romanisierten Familie, trug aber noch den Namen einer berberischen Gottheit und hat einige vorchristliche Bräuche nie abgelegt. Sie wurde von einer moralisch besonders integren Dienerin erzogen, besuchte eine Schule und verbannte nach ihrer Verheiratung das Punische zugunsten des Lateinischen aus ihrem Haushalt. Ihr Mann Patricius, ein zu gelegentlichen Wutanfällen neigender Schwerenöter, war Rat der Stadt, empfing wie vielfach üblich vorsichtshalber die Taufe erst auf dem Sterbebett, förderte aber die christliche Erziehung seiner drei Kinder und besonders die Ausbildung und Karriere seines Ältesten Augustinus.

Nach Jahren der Entfremdung, in denen sich ihr Sohn vom christlichen Glauben abgewandt und mit seiner Geliebten und seinem Sohn zuletzt in der Kaiserstadt Mailand niedergelassen hatte, reiste ihm die inzwischen verwitwete Monnica nach und erreichte den Abschied Augustinus’ von seiner Konkubine. Bischof Ambrosius, unter dessen Einfluss ihr Sohn stand, versicherte ihr, dass ein „Sohn solcher Tränen“ nicht verlorengehen könne, trieb ihr allerdings auch den Brauch aus, Speisen an die Märtyrergräber zu bringen. Eine von ihr eingefädelte Verheiratung Augustinus’ mit einer Mailänderin aus gutem Hause scheiterte. Dafür empfing ihr Sohn in der Osternacht des Jahres 387 endlich die Taufe.

Augustinus beschloss, in der Heimat ein zurückgezogenes Leben der Askese und des philosophisch-theologischen Aufstiegs zu Gott zu führen – auch mit seiner Mutter. Die gemeinsame Rückreise endete bereits im Hafen von Ostia, der infolge kriegerischer Auseinandersetzungen gesperrt war. Während Augustinus und Monnica auf die Einschiffung warteten, erlebten sie im Gespräch eine gemeinsame Vision und erhoben sich zur „ewig über allem ruhenden Weisheit“, wie Augustinus im Rückblick seiner „Bekenntnisse“ dieses berühmte mystische Ereignis beschreibt. Kurz darauf erkrankte seine Mutter und starb an Fieber, 56 Jahre alt.

Verehrung: Monnica wurde in Ostia in der heutigen Kirche Sant’Aurea bestattet. 1430 wurden ihre Gebeine nach Rom in die heutige Basilika Sant’Agostino in Campo Marzio übertragen, der Ordenskirche der Augustiner-Eremiten. Monnicas Gedenktag wurde im Augustinerorden am 4. Mai gefeiert, dem Vorabend des Festes der Bekehrung ihres Sohnes. 1568 gesamtkirchlich ausgedehnt, blieb es bis zur liturgischen Reform im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils bei diesem Termin, der dann auf den 27. August verlegt wurde, dem Vortag des Gedenktags ihres Sohnes. Manchenorts ist es beim 4. Mai als Termin geblieben.

Darstellung: als Witwe, als Augustinerin, oft mit Augustinus, oder weinend, mit einem Krug für ihre Tränen

Patronin: der Ehefrauen und der um ihre Kinder besorgten Mütter, von Santa Monica, Kalifornien

 

Weitere Heilige des Tages:
Caesarius von Arles, Bischof, Klostergründer
Margareta von Bayern, Herzogin
Maria del Pilar Izquierdo Albero, Ordensgründerin