NIKOLAUS VON MYRA

Bischof
Namensdeutung: Sieger des Volkes (griech.)
Namenstage: Nikolaus, Nikolas, Niklaus, Niklas, Nicki, Niko, Niels, Nikolai, Nicolo, Klaus, Collin, Miklós, Mikołaj, Kai, Kolja, weibl.: Nikola, Nicole, Nicki
Gedenktag: 6. Dezember

Lebensdaten: geboren um 280 in Patara, gestorben am 6. Dezember um 345 in Myra, heute Demre (Türkei)

Lebensgeschichte und Legende: Nikolaus wurde um 280 in Patara (im antiken Lykien an der Mittelmeerküste) geboren und wurde infolge einer Pestepidemie früh Waise. Der junge reiche Mann verteilte nach dem Vorbild seiner Eltern sein Vermögen unter den Armen. Nikolaus’ Ruf als Wohltäter und Geber guter Gaben geht darauf zurück, dass er drei jungen Frauen heimlich Goldklumpen („Äpfel“) durchs Fenster zuwarf, um sie vor der Prostitution zu bewahren. Weiteren Legenden nach bewahrte er drei Schüler vor den kannibalischen Anwandlungen eines Gastwirts und errettete ein Schiff aus Seenot, dessen Besatzung ihn um Hilfe angerufen hatte.
Gesicherten Überlieferungen nach war Nikolaus Mönchspriester im Kloster seines Onkels und unternahm nach dessen Tod eine Pilgerfahrt ins Heilige Land. Bei seiner Rückkehr wurde er zum Bischof von Myra gewählt. Während der Christenverfolgung unter Kaiser Galerius wurde er grausam gefoltert, kam aber wieder frei. Gezeichnet nahm er 325 am Konzil von Nicaea teil, wo er sich wortgewaltig, Augenzeugenberichten nach sogar handgreiflich gegen die Arianer einsetzte, die die Wesensgleichheit des Sohnes mit dem Vater leugneten.
Nikolaus starb an einem 6. Dezember um das Jahr 345.

Verehrung: Seit dem 6. Jahrhundert ist der Kult um den heiligen Nikolaus belegt. Vor allem im Osten hat er sich zum meistverehrten Heiligen nach der Gottesmutter Maria entwickelt. Ursprünglich in Myra, dem heutigen Demre in der Türkei, beigesetzt, raubten italienische Seefahrer 1087 seine Gebeine und brachten sie nach Bari in Apulien, wo ihm zu Ehren die große Basilika San Nicola gebaut wurde und am 8. Mai, dem Tag der Übertragung seiner Gebeine, ein Fest auf dem Meer stattfindet. Seine Darstellung mit weißem Bart und Kapuzenmantel schuf Moritz von Schwind. Die Bescherung am Vorabend des Nikolaustags geht vielleicht auf das sogenannte Bischofsspiel zurück, bei dem ein Schüler für einen Tag die Herrschaft über die Klosterschule ausübte und seine Mitschüler beschenkte.

Darstellung: meist als älterer Bischof mit weißem Bart, oft mit drei goldenen Kugeln und Buch

Patron: von Russland und Lothringen, der Ministranten, Kinder, Seeleute und Fischer, sowie der zahlreichen Legenden wegen vieler weiterer Berufe

 

Weitere Heilige des Tages:

Asella, Bekennerin
Henrika Faßbender und Gefährtinnen, Franziskanerinnen