OLAV VON NORWEGEN

König, Märtyrer
Namensdeutung: Erbe der Vorfahren (altnordisch)
Namenstage: Olav, Olaf, Olof, Oluf, Ole, Olaus, weibl.: Ola
Gedenktag: 10. Juli

Lebensdaten: geboren um 995 in der Provinz Vestfold, Norwegen, gestorben am 29. Juli 1030 bei Stiklestad, Norwegen

Lebensgeschichte: Olav Haraldsson stammte aus dem Haus eines südnorwegischen Kleinkönigs und nahm ab dem Alter von zwölf Jahren an zahlreichen Wikingerzügen teil, die durchs ganze Baltikum, nach Dänemark, Südfinnland und bis nach Südostengland reichten. Ein weiterer Raubzug führte ihn gemeinsam mit Normannen die französische und spanische Atlantikküste entlang bis zum Mittelmeereingang bei Gibraltar. Dort erfuhr er der Legende nach im Traum den Auftrag, nach Hause zurückzukehren, Norwegen zu einen und als ewiger König zu beherrschen. 1014 überwinterte er am Hof des Normannenherzogs Richard in Rouen, nahm den entschiedenen Glauben seiner Gastgeber an und ließ sich taufen.

Ab Herbst 1015 setzte sich Olav mit List, Überredung und einer stets wachsenden Hausmacht nach und nach als Oberkönig in Norwegen durch, englische Bischöfe und Geistliche im Gefolge. Gewaltsam verbreite er das Christentum von den bereits weitgehend christianisierten Küsten ins Landesinnere und organisierte sein Reich durch die Errichtung kirchlicher Strukturen, die er dem Erzbistum Bremen anschloss. Um 1025 führte er unter dem Vorsitz seines Ratgebers Bischofs Grimkjell eine Kirchenversammlung durch, auf der das Land auf ein „Christenrecht“ verpflichtet wurde, das als „St. Olavs Gesetz“ bis zur Reformation Gültigkeit hatte. Er beseitigte die Sippenherrschaften und die Raubzüge im Inneren und nach außen und bestrafte Taufverweigerer und Gesetzesbrecher mit Härte und Sippenhaft.

Als König Knut von Dänemark und England Anspruch auf Norwegen erhob, kündigten etliche Häuptlinge Olav sofort die Gefolgschaft auf und revoltierten gegen ihren König, der über Schweden bis nach Nowgorod flüchtete. Von dort kehrte er im Sommer 1030 mit einer Handvoll Getreuer nach Norwegen zurück, stellte sich bei Stiklestad einem weit überlegenen Bauernheer, erhielt in der Schlacht einen Axthieb ins linke Bein und erlag einem Speerstoß in den Bauch sowie einem Schwerthieb in den Hals – aus Sippenrache.

Verehrung: König Olavs Leichnam wurde an Ort und Stelle verscharrt. Nach einer Hungersnot und weil der neue Dänenherrscher noch strengere Gesetze erließ und Bischof Grimkjell Olav zum Märtyrer erklärte, wurde er ein Jahr nach seinem Tod in der Klemenskirche von Trondheim bestattet und ruht seit dessen Fertigstellung 1300 im Nidarosdom. Olavs Grab wurde sofort zur Pilgerstätte, hunderte von Kirche und Kapellen in ganz Skandinavien trugen bald seinen Namen. Als „ewiger König von Norwegen“ wurde er zu einer Symbolfigur der Herrscherdynastie. Als Schutzpatron der Warägergarde der byzantinischen Kaiser erreichte seine Verehrung auch die orthodoxe Kirche. Sein Gedenktag am 29. Juli wanderte mit der Liturgiereform auf den Todestag des dänischen Königs Knut, ebenso wie der des schwedischen Königs Erik.

Darstellung: als König mit Ziborium und Axt, einen Menschen- oder Drachenkopf zu Füßen

Patron: von Norwegen und der Färöer

 

Weitere Heilige des Tages:
Anton Kowalczyk, Ordensmann, Missionar
Engelbert Kolland, Ordenspriester, Märtyrer
Erik von Schweden, König, Märtyrer
Knut von Dänemark, König, Märtyrer