PANKRATIUS

Märtyrer
Namensdeutung: der alles Beherrschende (griech.)
Namenstage: Pankratius, Pancrace, Pankraz, Pancras, Pancracio
Gedenktag: 12. Mai

Lebensdaten: geboren um 290 in Synnada, Phrygien (heute Şuhut, Türkei), gestorben am 12. Mai 304 in Rom

Lebensgeschichte: Pankratius war das Kind römischer Bürger und zog nach dem frühen Tod seiner Eltern mit seinem Onkel Dionysius nach Rom, wo sie eine Villa auf dem Caelius bewohnten. Beide bekehrten sich zum Glauben an Jesus Christus, den sie leidenschaftlich verkündeten.

Während der Diokletianischen Christenverfolgung – der Onkel war inzwischen verstorben – wurde Pankratius festgenommen und weigerte sich, das behördlich angeordnete Opfer darzubringen. Diokletian persönlich soll von dem 14jährigen so beeindruckt gewesen sein, dass er ihm Macht und Ansehen versprach. Als Pankratius sich immer noch weigerte, wurde er an der Via Aurelia enthauptet.

Eine Frau namens Ottavilla barg den Leichnam und bestattete ihn in den Katakomben. Pankratius’ Kopf wurde in ein Reliquiar eingesetzt, das heute in der Basilika San Pancrazio zu sehen ist.

Verehrung/Brauchtum: Obwohl das überlieferte Martyrium Pankratius’ zeitlich nicht ganz stimmen kann, ist seine Verehrung spätestens ab dem Bau der ihm geweihten Basilika durch Papst Symmachus (498–514) bezeugt. Seine Reliquien gelangten unter Papst Gregor dem Großen (590–604) nach England, wo die St Pancras Old Church in London eine der ältesten Kirchen des Landes ist. Wegen der gemeinsamen Verehrung mit den Soldaten Nereus und Achilleus wird er im Mittelalter häufig als Ritter abgebildet. Seine Verehrung im deutschen Sprachraum geht auf die Eroberung Roms durch Kaiser Arnulf von Kärnten am Pankratiustag 896 zurück. Als der Erste der drei Eisheiligen und einer der 14 Nothelfer spielt er im bäuerlichen Jahreskreis eine wichtige Rolle. In Spanien wird er um Arbeit und Gesundheit angerufen; sein mit Petersilie geschmücktes Bildnis findet sich in unzähligen Bars und Restaurants.

Darstellung: als römischer Jüngling, auch in Ritterrüstung, mit Schwert und/oder Palme

Patron: der (Erstkommunion-)Kinder, der jungen Saat und Blüte, gegen Meineid, falsches Zeugnis, Krämpfe, Hautkrankheiten und Kopfschmerzen

 

Weitere Heilige des Tages:
Imelda Lambertini, Jungfrau, Mystikerin
Johanna von Portugal, Königstochter
Nereus und Achilleus, Märtyrer